International Advanced Mobility Forum:
Mobilität in einer nachhaltigen Zukunft
Eine Podiumsdiskussion am International Advanced Mobility Forum (IAMF) anlässlich des Automobil-Salons in Genf 2008 stand ganz im Zeichen der Frage, welche Art von Mobilität es für eine nachhaltige Zukunft braucht. Sechs internationale Experten diskutierten den erwarteten Anstieg der weltweit im Einsatz stehenden Fahrzeuge, die Gefahren einer weiteren Klimaerwärmung sowie die Strategien und Möglichkeiten im Bereich der Mobilität zur Entschärfung der sich daraus ergebenden Risiken.
800 Millionen Fahrzeuge stehen derzeit weltweit in Betrieb. Ob sich diese Zahl in den nächsten 25 Jahren auf 3 Milliarden vervierfacht oder nicht ganz so rasch ansteigt, darüber gehen die Vorhersagen auseinander. Dass aber als Folge des globalen Einkommenswachstums ein ganz erheblicher Anstieg zu erwarten ist, darüber war man sich in Genf einig. Klimaerwärmung: rasches Handeln angesagt.
Die Fachleute der Podiumsdiskussion gehen davon aus, dass dieses Wachstum mit erheblichen Konsequenzen in Bezug auf die weltweite Klimaerwärmung verbunden ist. Die Erhöhung der Erdtemperatur sollte auf maximal 2°C beschränkt werden, um die Risiken in Grenzen zu halten. Wirksame Massnahmen müssten bereits in den nächsten fünf bis 15 Jahren eingeleitet werden, wurde in den Diskussionen gefordert.
Denn je später gehandelt werde, desto einschneidender müssten die Massnahmen sein, um die Risiken in Schach zu halten. Integrierte Lösungsansätze sind nötigIm Bereich der Mobilität sind nach Ansicht der Podiumsteilnehmer wirksame Schritte auf verschiedenen Ebenen nötig. Einerseits seien die Fahrzeuganbieter gefordert, alle Möglichkeiten zur Erhöhung der Effizienz der Fahrzeuge, das heisst zur Reduktion des Verbrauchs und damit auch der CO2-Emissionen, zu ergreifen.
Die Energielieferanten wurden dazu aufgerufen, die benötigten Energiemengen bereit zu stellen und dabei vermehrt auch neue Energiequellen zu erschliessen. Es sei aber unbedingt zu vermeiden, dass bei deren Nutzung zusätzliche Umweltbelastungen entstehen. Ferner ist nach der Überzeugung der Podiumsteilnehmer auch die Konsumentenschaft gefordert, seine Anforderungen an die Fahrzeuge zu überdenken und beispielsweise besonders effizienten Fahrzeugen den Vorzug zu gegeben.
Anreize auf politischer Ebene könnten dabei eine wesentliche Hilfestellung bieten.
Elektrische Energie als Schlüsselelement einer nachhaltigen Mobilität
Verschiedene Technische Ansätze können einen erheblichen Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten. Speziell betont wurden die Vorteile des elektrischen Antriebs, dessen Effizienz im Fahrzeug doppelt so hoch ist wie die eines konventionellen Antriebs.
Diese Aussage wurde durch ein eindrückliches Beispiel unterstrichen: Mit einem Barrel Rohöl kann ein konventionelles Fahrzeug eine Strecke von etwa 2700 km zurücklegen, also zum Beispiel von Lissabon nach Berlin fahren; wird das Öl dagegen zur Erzeugung von elektrischer Energie verwendet, so reicht diese aus, um einem Elektroauto für 4500 km Antrieb zu verleihen, also etwa für die Strecke von Lissabon bis Moskau.
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