Gerade mal drei Teile haben wir vom Standard-Astra übernommen, als wir den GTC der jüngsten Generation konstruierten», erklärt Silvio Dughera, seit April Produktmanager bei Opel fürs Kompaktwagen-Segment. Und deutet auf Türgriffe, Seitenspiegel und Dachantenne. Alle anderen Teile, also 99 Prozent, sind neu.
Ganz schön mutig, doch der Astra ist in Europa mit 350'000 verkauften Fünftürern und 100'000 Kombis gut angelaufen. Da kann man es riskieren, fürs Coupé nochmal alles neu anzugehen, ganz im Hinblick auf die OPC-Sportversion.
Der GTC wirkt mit seinem elegant geschwungenen Dachlinienbogen geduckter als der Fünftürer, die Frontscheibe ist stärker nach hinten geneigt. Neue, vom Insignia übernommene Winkellinien seitlich und breite Kotflügelbacken lassen das Coupé sportlicher und jugendlicher erscheinen. Das breitere Heck und die grösseren Radkästen bieten Platz für 17 bis 20 Zoll grosse Räder und eine vorne 40 und hinten 30 mm breitere Spur. Zudem wurde der Radstand um 10 mm verlängert und die Bodenfreiheit um 15 mm verringert.
Knackiges Fahrwerk
Das alles im Interesse verbesserter Agilität und zur Aufnahme der Hochleistungs-Vorderachse «HiPerStrut». Dank kürzerer Hebel ermöglicht sie ein direkteres Einlenkverhalten und unterdrückt die bei sportlichen Fronttrieblern unangenehm an der Lenkung reissenden Drehmomentkräfte. Komplettiert wird das ansonsten vom Fünftürer übernommene Fahrwerk optional durch das adaptive Dämpfersystem «Flexride». So fährt sich der Opel Astra GTC weitgehend neutral, neigt lediglich bei ambitionierter Fahrt gelegentlich zum Untersteuern und setzt im Grenzbereich auch mal zum Heckschwung an. Verzeihlich. In Linkskurven allerdings behindern A-Säule und Seitenspiegel das Blickfeld des Fahrers im Kurveneingang.
Generell ist die Rundumsicht im Astra-Coupé etwas dürftig, das Heckfenster erwartungsgemäss knapp geschnitten. Die optionale Panoramafrontscheibe verbessert nur das Raumgefühl, nicht aber die Sicht. Dafür sorgt eher das gerade von Euro-NCAP preisgekrönte dynamische Lichtsystem, das bei Dämmerung und Nacht blitzschnell reagiert und die Strecke ausleuchtet. Eine Verbesserung, die flottes und sicheres Fahren ermöglichen würde.
Diskrete Leistung
Würde, denn auf der Antriebsseite hält der GTC nicht ganz, was die Optik und das knackige Fahrwerk versprechen. Vier Benziner stehen zur Wahl, darunter ein 1,6-Liter-Turbobenziner, der trotz 180 PS nur moderates Temperament zeigt. Als sinnvolle Alternative eignet sich der einzige Diesel, ein Zweiliter mit 165 PS und 380 Nm Drehmoment, doch auch ihm fehlt es an der bei einem Coupé erwarteten Extraleistung. Immerhin, beide gefahrenen Varianten sind mit präzisem Sechsgang-Handschalter ausgerüstet. Ein Doppelkupplungsgetriebe fehlt noch. Dafür verspricht Opel dank Stopp-Start-System in allen Versionen mit Ausnahme des stärksten Benziners geringen Durst. Der 2.0 CDTI soll mit 4,8 Litern auskommen.
Das vielleicht wichtigste Argument für den Astra Coupé ist seine Alltagstauglichkeit. Er sieht dynamischer aus, trotzdem bietet er im Fond und Kofferraum ähnlich viel Platz wie der Fünftürer.




