Zehn Jahre hält bei Mazda eine Modellreihe, bevor sie überarbeitet wird. 2003 wurde der Mazda 3 lanciert, 2006 wenig und 2008 deutlich aufgefrischt. Jetzt folgt erneut Feinschliff, bevor in zwei Jahren ein von Grund auf neu entwickelter Mazda 3 mit der revolutionären Antriebs- und Leichtbautechnologie «Skyactiv» brillieren soll.
Das sogenannte Restyling ist dezent und erst auf den zweiten Blick erkennbar. So wurde die Frontschürze im Bereich der seitlichen Lufteinlässe markanter ausgeformt. Der hintere Stossfänger erhielt eine schlankere und weniger ausladende Form. Dadurch verkürzt sich die Gesamtlänge des Fahrzeugs um 30 mm. Und im Zusammenspiel mit einer neuen, vergrösserten Unterbodenverkleidung liess sich eine Reduktion des Luftwiderstandes von cW 0,30 auf 0,29 erzielen.
Sparsamer im Verbrauch
Klingt wenig, bewirkt viel. Der Verbrauch sinkt dadurch um 0,1 bis 0,2 Liter bei den meisten der sieben bekannten Motorvarianten. Es sind dies die drei Diesel, 1.6 CD mit 115 PS sowie 2.2 CD mit 150 und 185 PS. Ferner die Benziner 1.6 mit 105 PS und 2.0 DISI mit 155 PS. Letzteres Triebwerk mit Direkteinspritzung überzeugt mit seiner spontan reagierenden Stopp-Start-Automatik, giert aber für flottes Vorwärtskommen nach höheren Drehzahlen. Wer Power aus tiefen Touren sucht, ist mit den stärkeren Dieselversionen besser bedient.
Neu ist die Kombination des 1,6-Liter-Benziners mit einem Automatik-Getriebe. Die Box schaltet zwar flink, verfügt aber unzeitgemäss nur über vier Stufen, was zu recht grossen Drehzahlsprüngen führt.
Unverändert und ohne Verbrauchsreduktion im Programm ist der 2.0 Activematic mit konventioneller Saugrohreinspritzung, 150 PS und Fünfstufen-Automatik. Ausserdem das Sportmodell MPS mit 260 PS starkem 2,3-Liter-Turbomotor.
Dynamischer Feinschliff
An den Fahreigenschaften des Mazda 3 gab es schon bisher kaum etwas zu mäkeln. Nun wurden die Verwindungssteifigkeit der Karosserie im Bereich des Vorderwagens und des Unterbodens weiter erhöht, die Abstimmung der Stossdämpfer modifiziert und die elektrohydraulische Servolenkung neu abgestimmt. Das Resultat überzeugt mit einem ausgewogenen Federungskomfort, präzisem Einlenken mit guter Rückmeldung sowie einer guten Isolation gegenüber Fahrgeräuschen und Vibrationen.
Neues Infotainmentsystem
Kleine Retuschen erfuhr das Cockpit. Der bisher silberfarbene untere Teil der Mittelkonsole ist jetzt in Schwarz gehalten, der Handbremshebel ist in allen Modellvarianten mit Leder bezogen. Tachometer und Drehzahlmesser tragen jetzt eine neue weisse Grafik. Das soll Bedien- und Ablesbarkeit verbessern, wirkt aber eher wie blosse Kosmetik.
Einen echten Vorteil bietet hingegen das neue Infotainmentsystem mit Touchscreen-Bildschirm. Es umfasst einen Radio/CD-Spieler mit Lenkradfernbedienung und iPod-Anschluss, eine Bluetooth-Freisprechvorrichtung fürs Mobiltelefon und Navigationstechnologie von TomTom.
Besonders die Navigationsfunktionen sind besser bedienbar, und das Kartenbild kann viel detailgetreuer dargestellt werden als beim bisherigen System über das kleinere Bordcomputer-Display. Schade, dass diese empfehlenswerte Option nicht für alle Motorvarianten erhältlich ist. Für 1080 Franken Aufpreis ist sie nicht sehr teuer.




