Leon vs. Ibiza: Ein Preis zwei Optionen

Vergleich Seat Leon vs. Ibiza

Das Budget liegt bei 25 000 Franken, die Marke soll Seat sein. Zur Wahl steht ein gebrauchter Leon 1.8 TSI Sport oder ein neuer Ibiza FR 1.4 TSI. Doch wer bietet mehr? Und wer kostet während vier Jahren unterm Strich weniger?

Business statt Economy, erste statt zweite Klasse, Suite statt Doppelzimmer - Upgrade heisst das Zauberwort für den Klassenaufstieg. Den kann sich sogar ein Autokäufer leisten, wenn er fürs gleiche Geld keinen Neuwagen, sondern eine Occasion wählt.

Mehr Auto fürs gleiche Geld, aber erste Abnutzung und weniger Garantie. Lohnt sich das? Oder anders gefragt: Welcher Autokauf bietet unterm Strich mehr Nutzen? Da der Wertverlust nach Erstinverkehrssetzung am grössten ist, entsteht daraus eine attraktive Alternative.

So kostet ein etwas mehr als einjähriger Seat Leon 1.8 TSI Sport mit 20 000 Kilometern auf dem Tacho nicht mehr 34 400, sondern nur 24 980 Franken.
Um da mitzuhalten, braucht es es schon ein besonders vorteilhaftes Angebotes für einen fabrikneuen Seat Ibiza FR 1.4 TSI. In der Preisliste mit Metallic-Lackierung als einziger -Option für 29 010 Franken geführt, wird er dem Interessenten nach Abzug von Rabatt, Euro-Tauschprämie und Euro-Cashbonus bei Barzahlung aktuell für 25 325 Franken offeriert.

Unterschied im Platzangebot

Vom Platz her spricht alles für den grösseren Leon. Bereits auf den Vordersitzen ist das Raumgefühl besser. Zudem sind die Sitze stärker konturiert und bieten mehr Schulterabstützung.

Noch grösser sind die Unterschiede im Fond. Zwar ist die Sitzbank des Leon etwas flacher als jene des Ibiza mit zwei ausgeprägteren Sitzmulden, doch der Klassenunterschied zeigt sich deutlich.

Die Kompaktlimousine bietet je rund fünf Zentimeter mehr Kopf- und Beinraum. Das fällt auf längeren Fahrten durchaus ins Gewicht. Ebenso das Plus an Laderaum: 90 Liter in ungeklapptem Zustand, das entspricht einem mittelgrossen Koffer. Bei geklappten Fondlehnen sind es sogar fast 270 Liter mehr. Keine Frage, der Leon ist das familientauglichere Modell.

Grössere Karosserie bedeutet aber auch höheres Gewicht. Das reduziert die Fahrleistungen und schlägt auf den Verbrauch. Im Falle der beiden Seat gleicht der Leon sein Mehrgewicht von rund 100 Kilogramm mit einem grösseren Motor aus. Der 1,8-Liter-TSI mit einfacher Turboaufladung leistet 10 PS mehr als der 1.4 TSI des Ibiza mit Turbo und Kompressor.

Das führt beim Paradespurt auf Tempo 100 zu einem klassischen Patt mit Zeiten von weniger als acht Sekunden. Nur im Verbrauch resultiert ein kleines Handicap für den grösseren Leon: 0,3 Liter pro 100 Kilometer beträgt die Differenz im Norm-Mix. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15 000 Kilometern würde dies mit 80 Franken zu Buche schlagen.

Bedingt durch den grösseren Hubraum und den höheren Neupreis kommt der Leon auch in der Steuer und Versicherung  teurer zu stehen. 150 Franken sind es in dem hier aufgeführten Beispiel mit Vollkaskoschutz.

Günstiger Leon-Service

Erwarten würde man, dass die Unterhaltskosten ebenfalls zugunsten des neuen, kleinen Ibiza ausfallen. Irrtum! Beide Modelle verfügen über den Long-life-Serviceintervall von 2 Jahren oder maximal 30 000 Kilometern. Somit müssen beide in vier Jahren bei 60 000 gefahrenen Kilometern nur zweimal zur Inspektion in die Markenvertretung.

Die Inspektionen fallen beim Leon preisgünstiger aus. Fast 30 Franken die erste und etwas mehr als 60 Franken die zweite, sofern nicht unerwartete Reparaturen auftauchen.

Sogar der während dieser Laufzeit zu erwartende Wechsel der vorderen Bremsscheiben und -beläge ist beim Ibiza minimal teurer. Erst wenn die hinteren Bremsen fällig werden oder wider Erwarten bereits Auspuff oder Lichtmaschine nach Ersatz verlangen sollten, entsteht dem Leon-Fahrer ein Nachteil.

Bleibt, um die Betriebskostenrechnung abzuschliessen, noch der Wertverlust, also die Differenz zwischen dem bezahlten Nettopreis und dem zu erwartenden Erlös beim Wiederverkauf. Dabei schneidet der Ibiza nur als Folge der grosszügigen Offerte beim Kauf etwas vorteilhaft ab. Der Unterschied mit 242 Franken ist aber klein und könnte sich ohne Bonus leicht ins Gegenteil verkehren.

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Christof Gonzenbach

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