Ein Facelift gibt es nicht bei Ferrari», da lässt Sprecherin Joanne Marshall keine Zweifel aufkommen. Eine Baureihe wird fortgesetzt oder abgelöst, aber am Design wird zwischendurch nicht geschraubt.
Das freut jeden Kunden, der nicht nach wenigen Monaten seine Kaufentscheidung hinterfragen muss. Doch Technik kann in der Regel nicht bis zum nächsten Modell warten. Strenge CO2-Werte und neue Kundenwünsche brauchen permanente Modellpflege. Modellpflege, nicht Facelift. Dies trifft just den California, das bereits älteste Pferdchen im Ferrari-Stall, obwohl gerade drei Jahre alt.
Nicht, dass ein Eingriff zwingend nötig gewesen wäre. Aber weil das Scaligetti-Werk in Modena viel in Bezug auf Alumi-nium dazugelernt hat, fliessen diese Erkenntnisse jetzt in den California ein. Schliesslich produziert man seit vielen Jahren die Rohkarossen für Ferrari, bevor sie zur Endmontage ins benachbarte Maranello gehen.
Alu ist für Ferrari das Zauberwort beim künftigen Leichtbau. Zwar hat man auch mit Glas-fiber, Verbundstoffen und Karbon Erfahrungen gesammelt. Aber kein Werkstoff ist so günstig, vielseitig, leicht zu reparieren und zu recyclen.
Statt bisher 12 Sorten Alu, hat das Scaglietti-Werk jetzt 20 im Programm. Beim Schweis-sen, an den Lastpfaden für die Crashsicherheit und den Knotenpunkten der Karosserie haben die Ingenieure gefeilt. Angewendet auf den California heisst das 30 Kilo weniger bei gleicher Karosseriequalität. Zu sehen ist davon nichts. Bis Produktionsende um 2016 könnte der California aber bis zu 20 Prozent leichter werden.
Neben einer leichteren Blechhaut hat Ferrari den V8 auf 490 PS gezüchtet. Damit fällt die Viersekundenmarke beim Sprint, man ist mit 3,8 s auf der sicheren Seite der Messung.
Ansonsten begeistert der Achtzylinder mit sehr spontaner Gasannahme, dank Schaltwippen lässt sich mit den Kolben orgeln, dass es eine Freude ist. Zwischengas-Tenöre sorgen für die richtige Ankündigung bei der nächsten Ortseinfahrt.
Das wäre vielleicht alles gar nicht nötig, weil der California als Granturismo auftritt und die 312 km/h Topspeed meist akademisch sind. Aber ein paar der bislang 8000 Kunden wünschten sich offenbar mehr Agilität.
Die gibt es mit dem Handling-Package für 6804 Franken: eine direktere Lenkung und straffere Fahrwerksabstimmung. Das macht sich schon bemerkbar, so spitz, aber etwas leichtgängig fühlt sich die Lenkung an. Fahrspass ist da, vielleicht juckt sogar der Gasfuss mal für den Ausflug auf die Rennstrecke. Im Alltag sorgen dann das Doppelkupplungsgetriebe plus samtige Fahrwerkseinstellung für ein nach wie vor kultiviertes Reisen im grossen GT.
| Markteinführung | sofort |
|---|---|
| Preis ab | Fr. 215'716 |
| Zylinder/Hubraum | V8 / 4297 cm³ |
| Leistung | 360 kW / 490 PS bei 7750/min |
| Drehmoment | 505 Nm bei 5000/min |
| Antrieb | Hinterrad |
| 0 bis 100 km/h | 3,8 s |
| Spitze | 312 km/h |
| Norm-Mix | 11,5 l/100 km, Benzin |
| CO₂/Effizienzkategorie | 270 g/km / G |
| Länge/Breite/Höhe | 4,56 / 1,90 / 1,32 m |
| Ladevolumen | 240-340 Liter |






