Nie zuvor hat ein Dauertest-Fahrzeug der auto-illustrierten über die Marathon-Distanz von 50.000 Kilometer so wenig Benzin gebraucht: 2955 Liter. Das entspricht einem Schnitt von 5,91 Liter auf 100 Kilometer. Und niemals zuvor war Fahren so sexy wie mit dem Honda CR-Z. Wo immer der Flitzer mit Designanleihen beim legendären CRX auftauchte, zog er begehrliche Blicke auf sich.
Bei aller Effizienz geriet der Langstrecken-Test nicht zum freudlosen Sparwettbewerb. Stundenlange Fahrten über deutsche Autobahnen standen ebenso auf dem Programm wie winterliche Ausflüge über Passstrassen in die alpine Bergwelt. Dann verfeuerte der CR-Z zwar bis zu 7,4 Liter im Schnitt. Doch das wurde auf Langstrecken im Tempomat-Betrieb mehr als wettgemacht.
Das spricht einerseits für die Funktion von Hondas IMA-Mildhybrid-Antrieb, andererseits für den spielerisch erziehenden Effekt der diversen Sparhilfen. Kaum einer, der sich dem Farbenspiel der Tachobeleuchtung entziehen konnte und nicht versuchte, möglichst oft im grünen Bereich zu fahren. Und kaum einer, der sich nicht freute, wenn bis zum Ende der Fahrt im Borddisplay wieder mal möglichst viele virtuelle Bäumchen gewachsen waren.
Tadellose Zuverlässigkeit
Sparsamer Verbrauch ist das eine. Doch wie steht es um die Zuverlässigkeit des Zusammenspiels von Verbrennungstriebwerk und Elektromotor? Insbesondere im CR-Z, wo es erstmals mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe gepaart wurde? Um es kurz zu machen: Es gab keine Vorkommnisse.
Zweimal bat die Bordelektronik zur periodischen Inspektion. Doch diese beinhaltete jeweils nicht mehr als Öl- und Ölfilterwechsel sowie das Nachfüllen von Scheibenwaschwasser. Und im Vergleich der Messwerte von Testbeginn und Testende zeigen sich ebenfalls keine Ermüdungserscheinungen.
| Preis:ab | Fr. 29.900 |
|---|---|
| Motor | 4-Zylinder Benzin-/Elektro-Mildhybrid |
| Hubraum | 1497 cm3 |
| Leistung | 91 kW/124 PS bei 6100/min |
| Drehmoment | 174 Nm bei 1000–1500/min |
| Norm-Mix-Verbrauch | 5,0 Liter/100 km |
| 0 bis 100 km/h | 9,9 Sekunden |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h |
| Gewicht | 1245 kg |
| Zuladung | 275 kg |
| Ladevolumen | 225 bis 595 Liter |
| Felgen | 6 x 16“ |
| Reifen | 195/55 R16 |
| CO₂-Emmission | 117 g/km |
| Energieeffizienz | A |
Kräftiger Antritt, verhaltene Leistung
An einem kräftigen Antritt fehlt es dem kleinen Sportcoupé zwar nicht, wenn der Elektromotor dem Benziner mit 78 Nm aus dem Stand zur Seite steht. Doch sobald für einen Zwischenspurt die volle Leistung gefragt ist, hilft nur eines: ein bis zwei Gänge zurückschalten und den 1,5-Liter-Motor gehörig drehen lassen.
So paart sich mit der Zeit ein leiser Wunsch nach mehr Leistung mit konkreten Kritikpunkten. Zum Beispiel der schlechten Sicht nach hinten und dem zu leisen Parkpiepser, der das Radio nicht stummschaltet. Den engen Platzverhältnissen im Fond, die sogar die Montage von Kindersitzen erschweren.
Agiles Fahrverhalten
Positiv fiel die intuitive Bedienbarkeit des futuristischen Cockpits auf. Nur die Menütasten für den Bordcomputer brauchten Erfahrung. Ein Lob verdienten sich die sportliche Sitzposition, die präzise, gefühlvolle Lenkung, das Fahrverhalten und das attraktive Verhältnis von Preis und Ausstattung.
Insgesamt überzeugte der CR-Z als pfiffiges Coupé, das mit Sparsamkeit und Fahrspass sowie tiefen Unterhaltskosten punkten konnte.




