Pirelli-Kalender 2012: Magische Momente

Pirelli Kalender 2012

«Swoon» lautet das Motto des Pirelli-Kalenders 2012. Das heisst so viel wie «in Verzückung geraten», was bei der fotografischen Inszenierung von 12 schönen Frauen sicher nicht ganz falsch sein kann. In New York wurde er diese Woche vorgestellt.

Über den Pirelli-Kalender muss man nicht viel sagen - geredet wird über ihn sowieso. Und das seit 1964. Schöne Frauen in schönen Posen in schöner Umgebung, so lautet die Kurzbeschreibung des Arbeitsauftrags, der jedes Jahr an einen renommierten Fotografen geht. Diesmal ist es Mario Sorrenti, ein geborener Italiener, und damit der erste einheimische Fotograf, den die Mailänder Reifenmarke verpflichtete.

Wie immer gab es offiziell keine Restriktionen, sprich der Mann hinter der Fotolinse konnte tun was ihm beliebte. Da Sorrenti für seine Aufnahmen unbekleideter Models berühmt ist, musste vermutlich auch nicht inoffiziell eingegriffen werden. Und so wählte der Meisterfotograf neun Models und drei Schauspielerinnen für seinen Termin auf Korsika. Darunter Stars wie Kate Moss und Milla Jovovich. Mit den meisten hat Sorrenti bereits gearbeitet, und viele haben schon für frühere Pirelli-Kalender Modell gestanden. Isabeli Fontana zum Beispiel schon 2003, 2005, 2009 und 2011. Eine sichere Sache also.

Intuition
Das war nicht unwichtig, denn im Jahr zuvor hatte Karl Lagerfeld den Pirelli-Auftrag erhalten und ausgesprochen künstlerisch in Szene gesetzt. Ein schweres Erbe für Sorrenti. Und so fiel es dem 40jährigen nicht eben leicht bei der Präsentation zu erklären, wie seine Kreativität für den legendären «Cal» zustande kam. «Man macht einfach seine Fotos. Und muss in diesem Fall keine Rücksicht auf bestimmte Kleidung nehmen.»  Bei der Wahl der sogenannten Foto-Location bewies Sorrenti  ein sicheres Händchen. Die vom Wasser geschliffenen Felsen an der korsischen Küste, die knorrigen Bäume, die raue Landschaft - damit liess sich  hervorragend inszenieren.

Dorthinein stellte Sorrenti seine mädchenhaft anmutenden Frauen. Denn «der Akt ist eine der schönsten Formen, in der sich die Natur ausdrücken kann», erklärte der Künstler bei der Kalender-Präsentation. Wohl wahr, und das rettet ihn vor dem Vorwurf des Sexismus. Während Karl Lagerfeld durch seine Inszenierung der Models als Göttinnen eine Ebene über dem nackten Fleisch schuf, lichtet Sorrenti einfach schöne Frauen in der Natur ab. Was für sich genommen nun nicht mehr ganz neu ist.

Trotzdem nennt Sorrenti diese Aufnahmen den «Höhepunkt (seiner) kreativen Energie». Und beweist das durch die fotografische Leistung. Jedes der 25 Bilder - 18 schwarz-weiss und sieben farbig - ist ein Kunstwerk. Ein magischer Moment, wie Darstellerin Milla Jovovich sagt, in dem einfach alles passt. Die Umgebung, das Licht, die Körperspannung des Models, der Gesichtsausdruck und nicht zuletzt das Vertrauen zum Fotografen. Erst daraus entsteht die Komposition, die diese Bilder ein Stück weit einmalig macht. Die Bilder werden nicht wenige in Verzückung versetzen - swoon, wie Sorrenti sein Werk deshalb genannt hat.

Um die Exklusivität des Pirelli-Kalenders zu unterstreichen wurde die Auflage 2012 um 20 Prozent reduziert. Nur noch 20'000 Stück werden an Geschäftspartner und Reifenhändler weltweit verteilt.

Kaufen kann man den Kalender offiziell nicht, selbst wenn manchmal einer in Internet-Auktionen auftaucht. Für die Schweiz sind 300 Kalender reserviert. Wie immer verlost die auto-illustrierte ihr Exemplar unter den Lesern. 

Preisfrage: In wie vielen Pirelli-Kalendern war die Brasilianerin Isabeli Fontana schon zu sehen? Antwort per Postkarte  an: auto-illustrierte, Kennwort «Pirelli», Industriestrasse 28, 8604 Volketswil. Oder direkt per Email. Einsendeschluss ist der 23. Dezember 2011. Viel Glück!

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Ulrich Safferling

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