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Qualifikation in Niederstocken (BE)

Auf dem weitläufigen TCS-Gelände im Berner Oberland fand die zweite Qualifikation zum «Schweizer Autofahrer des Jahres» statt. 18 Teilnehmer traten an, um sich für das am 01. Oktober 2017 stattfindende Finale zu qualifizieren.

Unter Anleitung der erfahrenen TCS-Instruktoren Adi Liechti und Lorenz Mühlemann wurden die Teilnehmer kontrolliert an ihre und die Grenzbereiche ihrer Fahrzeuge herangeführt. «Sinn und Zweck des Fahrsicherheitstrainings ist es, gefährliche Situationen bereits vor der Entstehung zu erkennen, zu vermeiden und frühzeitig sowie richtig reagieren zu können», sagt Adi Liechti.

Theorie & Praxis

«Sicheres Fahren gelingt allerdings nur dem, der auch die nötige Theorie kennt», fügt Lorenz Mühlemann an. Um richtig reagieren zu können, galt es zunächst unter anderem die Ursachen und Folgen von Unter- und Übersteuern zu verstehen. Die gemeinsam diskutierten Reaktionen wurden später mit oder ohne Assistenzsysteme in verschiedenen Geschwindikeitsstufen geübt. «Bitte spart nie beim Reifen!», so Adi Liechti. «Die Empfehlung ist vier Millimeter Profil, nicht älter als vier Jahre und alle vier Wochen Luftkontrolle», empfahl der TCS Instruktor den Anwesenden. «Verlasst euch nicht blind auf die Elektronik», beantwortete er die Frage eines Teilnehmers, ob nicht das RDKS auch genüge für die Messung des Luftdrucks. 

In der Praxis ging es dann zunächst um das richtige Bremsen und Ausweichen auf nassem und trockenem Untergrund. Sicheres, kontrolliertes Bremsen ist nebst der angemessenen Geschwindigkeit eine der wichtigsten Massnahmen zur Fahrsicherheit. Selbst das Einschätzen der eigenen Fähigkeiten – sowohl des Fahrzeugs, als auch des Fahrers – will gelernt sein.

Der Schweizer Verkehrssicherheitsrat VSR, nach dessen Vorgaben die TCS-Fahrkurse abgehalten werden, unterstützt beim «Schweizer Autofahrer des Jahres» die Kursleiter ebenfalls bei der Beurteilung der Teilnehmer. Deren Instruktoren Bernhard Baumgartner und Martin Steffen entging selbst bei diesem Kurs nichts. Sie kontrollierten die Fahrzeuge auf ihre Sicherheit und ob alle nachträglich angebauten Teile für das jeweilige Fahrzeug zugelassen und eingetragen waren. Selbst die richtige Sitzhaltung, einschliesslich der Positionierung der Kopfstützen, ob der Sicherheitsgurt angelegt war und ob die Pneus noch in einem annehmbaren Zustand waren, wurden kontrolliert.

Launische Platte für den Fall der Fälle

Nach Bremsen, Slalom und Ausweichen ging es zur Schleuderplatte. Vor ihr hatten selbst routinierte Fahrer oder mehrfache Absolventen von Fahrtrainings Respekt. Die launische Platte warf viele sprichwörtlich aus der Bahn und um die eigene Achse. «Spätestens hier lernt man sein Fahrzeug richtig kennen. Nur der Blick in die richtige Richtung und eine extrem schnelle Reaktion des Fahrers halten einen in der Spur,» sagt Martin Steffen. 

Die Besten kommen weiter

Am Ende des Tages gaben die beiden TCS- und VSR-Teams anhand des Bewertungsbogens ihre zwei besten Kursteilnehmer bekannt. In der Gruppe von Lorenz Mühlemann (TCS) und Martin Steffen (VSR) schnitten Daniel Zürcher aus Steffisburg (Renault Espace) und Reto Feierabend aus Thun (VW Golf GTI) am Besten ab. In der zweiten Gruppe gelang Stefan Studer (Seat Leon) und Bernhard Brunner (BMW 3er) der Einzug ins Finale am 01.10.2017. «Insgesamt haben sich alle Teilnehmer fair und umsichtig verhalten», zog Martin Steffen ein durchweg positives Resümee. Spätestens beim Finale, das ebenfalls in Stockenthal stattfindet, werden diese vier dann nochmals ihr Können unter Beweis stellen müssen. Auf identischen Modellen der Marke VW wird dann unter 24 Finalisten der «Schweizer Autofahrer des Jahres» ermittelt.

Text & Bilder: Claudia Schlatterer

Weiterführende Infos unter: www.bester-autofahrer.ch

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09 Apr 2017