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Mercedes A45 AMG

ALLES FÜR DIE KRONE

Die A-Klasse von AMG war der Leistungskönig in der Kompaktklasse, bis Audi ihn jüngst mit dem RS3 überbot. Das lässt man sich in Stuttgart nicht bieten und geht zum Gegenangriff über.

Es gab keinen Anlass für grosse Eingriffe», meint Entwicklungschef Dirk Streichert. Tatsächlich sind die optischen Neuerungen an der A-Klasse kaum zu erkennen. Die Zahlen geben Streichert aber recht. 2014 war das stärkste Kompaktwagenjahr für die Marke mit Stern. Ganz vorne mit dabei ist die A-Klasse, die 2012 neu lanciert wurde. Zwei Drittel aller Käufer kauften sich mit der A-Klasse ihren ersten Mercedes. Gegenüber dem Vorgänger wurde die Kundschaft im Schnitt um satte 13 Jahre jünger. Insofern haben die Veränderungen am Infotainment, nun mit grösserem Bildschirm und verbesserter Smartphone-Anbindung, durchaus Sinn.

Doch man musste tätig werden. Schliesslich herrscht in der Kompaktklasse enormer Leistungsdruck. Bei der Lancierung war die AMG-Version der A-Klasse mit 360 PS noch ganz vorne dabei. Inzwischen reicht das nur noch für Platz zwei. Die Mitbewerber aus Ingolstadt haben den Schwaben die Leistungskrone entrissen. Also mussten die Ingenieure in Affalterbach den Zweiliter-Turbo nochmals aufpeppen. Keine leichte Aufgabe, schliesslich brachte er es schon vor der Überarbeitung auf knapp 180 PS pro Liter Hubraum. Mit neu abgestimmter Elektronik und optimiertem Ventiltrieb leistet der AMG nun 191 PS pro Liter, macht total 381 PS.

Schneller als der Fahrspass?

Dank mehr Leistung und kurz übersetztem Getriebe sprintet der kompakte Sportler nun in 4,2 Sekunden auf 100 km/h. Fahrwerk und Elektronik wurden für noch mehr Fahrdynamik optimiert. Damit auch der Fahrkomfort nicht zu kurz kommt, gibt es jetzt in allen A-Klassen einen Wahlschalter für die verschiedenen Fahrprogramme. Vor allem beim Komfort konnte der kleine Stern, ob als AMG oder Normalversion, noch einen Zacken zulegen. So rollt die Neuauflage deutlich geschmeidiger ab, und selbst die Fahrwerksgeräusche wurden minimiert.

Aber natürlich kann der AMG vor allem auch schnell. Das Fahrwerk erlaubt wenig Seitenneigung, der Motor sorgt mit seinen 475 Nm und linearer Kraftentfaltung für satten Vortrieb in jeder Lebenslage. Das ausschliesslich lieferbare Doppelkupplungsgetriebe wurde neu abgestimmt. Es schaltet nun flotter und reagiert ebenfalls besser auf den Zug an der Schaltwippe. Trotzdem wirkt es noch immer nicht ganz so harmonisch wie bei der Konkurrenz, vor allem beim Runterschalten. Nur bei passender Tourenzahl wird der tiefere Gang eingelegt. Ansonsten weigert sich das Getriebe – ohne dies dem Fahrer in irgendeiner Form mitzuteilen. Im Dynamikpaket sind eine sportlichere Fahrwerksabstimmung und ein Sperrdifferenzial für die Vorderachse erhältlich. So soll der Allradler noch agiler werden und seine ungestüme Kraft noch besser auf den Boden bringen.

Bei ersten schnellen Runden auf dem Lausitzring überzeugte der kleinste AMG mit gnadenloser Traktion und narrensicherem Fahrverhalten. Neutral bis leicht untersteuernd saugt er die Kurven regelrecht auf. Dazu ploppt und knistert es fröhlich aus dem Sportauspuff. Nur: Der Funke will nicht so recht springen. Der Kompaktsportler ist zwar unfassbar schnell, fühlt sich dabei aber klinisch und zu perfekt an. Die Topliga der Kompaktsportler scheint schneller als der Fahrspass geworden zu sein. Doch: Mercedes hat noch eine Alternative im Angebot.

Weniger ist mehr

Die Alternative heisst A250 Sport, das Sportpaket von Mercedes, das ohne die Zutaten der Affalterbacher Schmiede auskommt. Der Vierzylinder wird mit 218 PS, wahlweise in Verbindung mit 6-Gang-Handschaltung oder 7-Gang-Doppelkupplung, angeboten. Wer Allrad braucht, bekommt das auf Wunsch. Auch hier wurde das Doppelkupplungsgetriebe verbessert. Sowohl die ehemals ausgeprägte Anfahrschwäche als auch die Unsicherheiten beim Zurückschalten sind zwar nicht behoben, aber drastisch minimiert. Fahrspass- Schnäppchen ist der Fronttriebler mit Schaltgetriebe. Mit leichtfüssiger Agilität lässt er sich über die Landstrasse dirigieren und den Fahrer zufrieden grinsen. Und das nicht nur, weil er rund 16 000 Franken gegenüber dem AMGModell gespart hat.

Mercedes A45 AMG R4-Turbobenziner

Preis ab 59'500 Fr.
Hubraum 1991 cm3
Leistung 280 kW/381 PS
Drehmoment 475 Nm
Getriebe/Antrieb Siebenstufen-DKG, Allradantrieb
0 bis 100 km/h 4,2 s
Spitze 250 km/h
Norm-Mix Ø 6,9 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 162 g/km CO2
Energie-Effizienz D
Leergewicht 1555 kg
Ladevolumen Kofferraum 341–1157 l

Philipp Aeberli sagt:

"Die Leistung des Königs unter den Kompaktsportlern weiss zweifellos zu beeindrucken. Dennoch fehlt es dem AMG schlussendlich an Emotionen. Da hat der A250 Sport deutlich mehr zu bieten. Der Fronttrieblier ist ein echter «Hot Hatch» und für die Landstrasse erste Wahl. Dass er zudem deutlich günstiger ist, macht ihn umso attraktiver."

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18 Okt 2015