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Mercedes-Benz GLC

DER HAT EINE ECKE AB

Die Mercedes G-Klasse hat Ecken, der GLK hatte Kanten, und der neue GLC wurde geschliffen. Damit fügt sich das Mittelklasse-SUV nahtlos ein in die stringente Designlinie der Marke.

Haustiere sollte man nicht vermenschlichen. Aber bei Autos darf man das, einen Seelenschmetter tragen die meisten nicht davon. Deshalb wagen wir uns an einen Vergleich: Der Mercedes GLK, also der Vorgänger GLC, war wie eine weichgespülte G-Klasse, wie ein Akkordmaurer, der sich zum Vorarbeiter hochgearbeitet hat. Der GLC wirkt nun gegenüber dem GLK wie der Vorarbeiter, der den Schritt in die Teppichetage geschafft hat. Die Büezer-Kanten wurden rundum rundgeschliffen; der neue GLC wirkt wie eine kleine M-Klasse, pardon GLE.

Denn nicht nur an das Blechkleid, auch an die neuen Modellbezeichnungen muss man sich gewöhnen. Kurz erklärt: GL steht für Geländewagen, der letzte Buchstabe für die Klasse. Das heisst, der SUV der A-Klasse nennt sich GLA, GLB ist vielleicht noch ein Projekt, GLC wird hier gerade vorgestellt, und die überarbeitete M-Klasse, die auf der E-Klasse basiert, heisst jetzt GLE. Alles klar?

Die neuen Modellbezeichnungen bringen zugleich eine optische Vereinheitlichung der Klassen mit sich. Der GLC ist eine Abenteuer-C-Klasse, die sich optisch besonders im Interieur kaum unterscheiden. Viele Autohersteller arbeiten am stereotypen Aussehen ihrer Modelle, selbst Profis haben Mühe, sie auseinanderzuhalten. Ein Trend, bei dem Charaktertypen wie der GLK keinen Platz mehr haben.

Genug der Optik, der GLC steht gerade vor einer 80-prozentigen Steigung in einem Offroad-Gelände im Südschwarzwald. Ganz schön steil. Mittels Drehknopf wird der GLC im Programm «Freischaukeln» auf die Hürde vorbereitet, die Bodenfreiheit wird um 50 Millimeter erhöht, der Bergabfahrassistent ist aktiv, es kann losgehen. Mit etwas Druck auf dem Gaspedal wühlt sich der GLC hoch. Fast oben angekommen, zeigt die Kamera im grossen Display schon, was sich hinter der Kuppe befindet. Gleich geht’s weiter den Berg wieder hinunter. Ob der unten ansteht? Nein, dank fast 22 Grad Böschungswinkel kein Thema. Und wenn auch, der solide Unterfahrschutz würde es verzeihen.

Wie der Vorgänger ist auch der GLC mit einem elektronisch geregelten permanent arbeitenden Allradantrieb ausgerüstet, das weiterhin ohne Untersetzungsgetriebe oder Achssperre auskommt. Neu und im Segment ziemlich einzigartig ist jedoch das adaptive Fahrwerk, das nicht nur im Gelände seinen Dienst tut. Denn dort, wo der GLC wohl am meisten anzutreffen sein wird, nämlich «onroad», gibt sich das Fahrwerk von komfortabel bis sportlich straff. So nennen sich auch die diversen anwählbaren Fahrprogramme. Ob hart oder weich, das Fahrwerk steckt Bodenunebenheiten souverän weg, Seitenneigung ist kaum auszumachen.

Auf eine erste Testrunde ging es im 250 d mit 204 PS. 500 Newtonmeter Drehmoment sorgen für genügend Durchzug in jedem Drehzahlbereich. Leise und kräftig verrichtet der Vierzylinder seine Arbeit. Alternativ bietet Mercedes für den GLC den 220 d mit 170 PS oder einen Benziner mit 211 PS. Alle Varianten sind an eine fein schaltende 9-Gang-Automatik gekoppelt. Die Preise für den GLC starten ab 12. September bei 51 700 Franken.

Auf Ende 2015 ist die Plug-in- Hybrid-Variante des GLC mit einer Systemleistung von 211 PS zu erwarten. Rund 35 Kilometer elektrische Reichweite gibt Mercedes an, in der Realität dürften es wohl eher 20 sein. Dafür braucht es aber einen sensiblen «Gasfuss ». Das Pedal signalisiert einen kleinen Widerstand, bevor er den Verbrennermotor anwirft. Bei feinmotorisch Unbegabten dürfte das Nerven und Übung kosten, um möglichst lange im E-Mode zu bleiben.

In der Tiefgarage des Bauunternehmens wird sich der GLC nicht besonders abheben können. Jedoch beim Schwatz an der Kaffeemaschine darf getrost mit den Offroad-Eigenschaften angegeben werden. Einem Meeting auf der Baustelle steht nichts im Wege.

Mercedes-Benz GLC 250 d 4Matic R4-Biturbo

Preis ab 52'400 Fr.
Hubraum 2143 cm3
Leistung 150 kW/204 PS
Drehmoment 500 Nm bei 1600–1800/min
Getriebe/Antrieb 9-Stufen-Automat, Allrad
0 bis 100 km/h 7,6 s
Spitze 222 km/h
Norm-Mix 5,0 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 129 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4656/1890/1685 mm
Leergewicht 1845 kg
Ladevolumen 550 bis 1660 l

Susan Rocchetti sagt:

"Gegenüber dem Vorgänger GLK ist der neue GLC 80 Kilo leichter, etwas länger und verfügt über 80 Liter mehr Kofferraumvolumen. Zudem ist er mit seiner optionalen Luftfederung (Air Body Control) in Verbindung mit dem Offroad-Paket in seinem Segment einzigartig. So viel Geländefähigkeiten und Bodenfreiheit bietet sonst keiner. Fragt sich nur, wer die bei einem Auto dieser Preisklasse auch nutzt."

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11 Okt 2015