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Porsche Cayman GT4

SCHÄRFER GEHT IMMER

Radikal, leicht und bärenstark: Porsche krönt die Cayman-Baureihe. Gespickt mit GT3-Bauteilen bürgt der GT4 für Suchtpotenzial auf hohem Niveau.

Da, wo bei Porsche GT draufsteht, ist auch GT drin. Gegen Risiken und Nebenwirkungen braucht man keinen Arzt oder Apotheker. Das beste Rezept ist fahrerisches Geschick.

Mit dem Cayman GT4 lanciert Porsche eine neue Einstiegsdroge. Seine Mixtur aus GT3-Teilen und dem Sechszylinder-Boxer der 911 Carrera S treibt in die Abhängigkeit. Schon der erste Anblick macht süchtig. Riesiger Heckflügel, tief heruntergezogene Front, die grossen Bremszangen aus dem GT3-Elfer und riesige Lufteinlässe an der Front und vor den Hinterrädern machen Lust auf mehr.

Rezeptur Sportlichkeit

Alcantara-Sportlenkrad, optionale CFK-Vollschalensitze aus dem 918 Spyder und Überrollbügel locken in den Innenraum. Der kurze Schaltstummel auf der Mittelkonsole lässt auf kurze Schaltwege hoffen. Doppelkupplungsgetriebe? Muss draussen bleiben, weil es die Klientel nicht will und seine 28 Kilogramm dem Mittelmotor-Cayman sein Kampfgewicht von 1340 Kilogramm verderben.

Der 3,8-Liter-Sauger muss als einer der letzten seiner Art gelten – künftig werden bei Porsche quer durch die Modellpalette Turbolader langsam die Regentschaft übernehmen. Gegenüber der Einbaulage im Carrera musste der Sechszylinder im Cayman um 180 Grad gedreht eingebaut werden. Und passte dennoch erst dank Modifizierung des Auspuffs und Ansaugtrakts in das enge Mittelabteil. Deshalb fehlen ihm nun 15 PS.

Vertretbar in dieser Leistungsklasse. Oder wurde die Leistung bewusst gekappt, damit der GT4 dem Carrera S nicht zu sehr auf die Pelle rückt? Spekulation, 385 PS und 420 Nm sind allemal ausreichend. Und schon allein der Sound macht Lust auf mehr. Dazu einfach die Auspuff-Taste für ein freieres Atmen des Saugers und die Sport- Taste für die Zwischengasfunktion beim Runterschalten drücken: Unter heiserem Röhren sprintet der Zweiplätzer los. Leichtfüssig dreht der Kurzhuber bis 7800/ min. Der kleine Schaltstummel flitzt nur so durch die Schaltkulisse. Tempo 100 gehört nach 4,4 Sekunden der Vergangenheit an, Schluss ist erst bei 295 km/h. Dann leistet auch der Spoilerkit ganze Arbeit und drückt den GT4 mit fast 100 Kilogramm auf den Asphalt.

Rezeptur Fahrdynamik

Traktionsprobleme kennt der Cayman nicht. Seine Fahrwerkskomponenten aus dem GT3 wurden komplett neu auf das Mittelmotor- Konzept abgestimmt. Heisst 13 Millimeter grössere Spur an der Vorderachse und 30 Millimeter Tieferlegung. In Verbindung mit der optimalen Gewichtsverteilung von vorn 48 zu hinten 52 Prozent, der serienmässigen Differenzialsperre und den 245er Pneus auf der Vorder- und 295er Reifen auf der Hinterachse klebt er wie Heftpflaster auf dem Asphalt.

Das nicht nur im Geradeauslauf, wo er mit erstaunlich viel Restkomfort aufwartet. Mit jeder Kurve steigt der Suchtfaktor. Perfekt ausbalanciert frisst der Mittelmotor-Alligator Kurve um Kurve und ist an Neutralität kaum zu überbieten. Zackig, präzis und ohne Zicken nimmt er die Richtungsänderungen vor.

So gut, dass die Frage erlaubt sein muss, ob es den 36 600 Franken teureren Carrera S denn jetzt überhaupt noch braucht.

Porsche Cayman GT4 6-Zylinder-Boxer

Preis ab 104'700 Fr.
Hubraum 3800 cm3
Leistung 283 kW/385 PS
Getriebe/Antrieb 6-Gang manuell, Hinterrad
Drehmoment 420 Nm bei 4750–6000/min
0 bis 100 km/h 4,4 s
Spitze 295 km/h
Norm-Mix 10,3 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 238 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4438/1817/1266 mm
Leergewicht 1340 kg
Ladevolumen 150 l vorn, 184 l hinten

Jörg Petersen sagt:

"Die Rezeptur stimmt, der Porsche Cayman GT4 macht extrem süchtig. Erst recht auf der Rennstrecke, wo er mit der Präzision einer Maschine seine Bahnen zieht und höchstens ein übermütiger Pilot ihn aus dem Tritt bringt. Nachdenklich macht höchstens der Preis. Aber nicht der des GT4. Sondern wie wenig er im Vergleich zum Carrera S kostet."

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20 Mai 2015