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BMW X6 M

Like A Rolling Stone

Schon der normale BMW X6 gilt nicht wirklich als Vernunftauto. Der Gipfel des Wahnsinns: der X6 M. Michael Lux trieb den schwergewichtigen Bayern über die Berg- und Tal-Piste des Circuit of Americas.

Zunächst geht es mir wie Marco Wittmann: "Ein SUV auf der Formel 1-Strecke – das kann doch nicht gutgehen, oder?" Er sei anfangs ebenfalls skeptisch gewesen, als er für Testfahrten mit dem X6 M zum Circuit of Americas beordert worden sei, gibt der DTM-Fahrer freimütig zu. Kein Wunder, sonst fegen nahezu nichts wiegende Flundern über die anspruchsvolle Strecke nahe Austin/Texas. Der Gegensatz zum ziemlich gewaltigen X6 könnte nicht grösser sein: Das mächtige SUV bringt knapp 2,3 Tonnen auf die Waage und hat höchstwahrscheinlich die aerodynamischen Eigenschaften einer Schrankwand. Stimmt nicht, stelle ich überrascht fest. Der Blick ins Datenblatt verrät: Mit einem cW-Wert von 0,37 ist das SUV sogar verhältnismässig windschnittig. Das gilt zumindest für die M-Version, die BMW im April nachlegt. Die vorderen Flaps und der Heckdiffusor sorgen für höheren Anpressdruck. Und die M-spezifischen Lufteinlässe vorn und seitlich verhindern ein Überhitzen von Motor und Bremsen. Und dennoch: Dieses Ungetüm über einen Formel 1-Parcours inklusive Haarnadelkurven wuchten?

Driften erlaubt!

Versuch macht schlau! Schon kurze Zeit später bin ich festgezurrt und komme mir vor wie der Zirkusclown in der Kanone kurz vorm Abschuss. Im Auto vor mir nimmt Marco Wittmann höchstpersönlich Platz. Toll, beim DTM-Meister dranzubleiben wird nicht einfach. Aber die ersten beiden Runden dienen ohnehin dazu, die Strecke kennenzulernen. Die M-Taste wurde schon vorprogrammiert: Ansprechverhalten und ESP-Eingriff sind sportlich, aber nicht extrem eingestellt.

Trotzdem grölt der X6 schon beim Beschleunigen aus der Boxengasse und sprotzelt beim Anbremsen vor der ersten Kurve ungehalten aus den beiden Doppelendrohren. Eine Besonderheit des Circuit of Americas sind seine zahlreichen Steigungen und Gefälle – bis zu 40 Meter Höhenunterschied gilt es zu überwinden. Gleich auf der Start-Zielgeraden geht es steil bergauf, auf der Kuppe folgt die erste Spitzkehre. Damit es den schwergewichtigen Bayern nicht aus der Kurve drückt, hole ich weit aus, statt die Kurve scharf anzufahren. Doch der X6 verhält sich dank intelligentem Allradantrieb und elektronischem Sperrdifferenzial erstaunlich gutmütig. Zwar stemmt er sich spürbar auf die Vorderachse, schiebt aber nicht übertrieben.

Jetzt fällt die Strecke in einer langen Rechtskurve ab. Der BMW holt mächtig Schwung, bevor es in eine Links-Rechts-Kombination geht. Für ein SUV lenkt er tatsächlich schön präzise ein. Das um zehn Millimeter tiefergelegte und auf Steifigkeit getrimmte Fahrwerk verhindert allzu heftige Wankbewegungen. Schrittweise schraubt Wittmann das Tempo höher. "M2-Knopf drücken", lautet seine Ansage über Funk. Drehzahlen rauf, ESP auf Minimum, und der 575 PS starke V8-Biturbo schiebt den Koloss unaufhaltsam die Zielgerade hinauf. Scharfer Linkseinschlag, schon wedelt der X6 mit dem Heck und schlittert beinahe leichtfüssig um die Ecke. Wahnsinn, was mit solch einem Trumm doch so alles geht!

BMW X6 M

Preis ab 155'200 Fr.
Zylinder/Hubraum V8/4395 cm³
Leistung 423 kW/575 PS
Drehmoment 750 Nm bei 2200-5000/min
0 bis 100 km/h 4,2 s
Spitze 250 km/h
Norm-Mix 11,1 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 144 g/km/C
Länge/Breite/Höhe 4,90/1,98/1,68 m
Leergewicht 2340 kg
Ladevolumen 350-1000 Liter
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13 Mär 2015