Audi Q5

Auf Nummer sicher

Audi macht der Konkurrenz mit dem Q5 mächtig Dampf unterm Allerwertesten. Stark überarbeitet und mit einer Menge neuer Features ausstaffiert startet die Neuauflage durch.

Malibu? Denkste! In Mexiko wird uns der Audi Q5 präsentiert. Böse Stimmen behaupten ja, dass die US-Behörden den Ingolstädtern einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. So wird die erste Fahrvorstellung des Q5 für Audi zum Heimspiel. Unweit von Mexico-City im Städtchen San José Chiapa entstand in nur drei Jahren Bauzeit das neue Werk der Ingolstädter. Auf 2400 Meter Höhe sollen dort seit September jährlich 150 000 Q5 vom Band laufen. Rund 1,5 Millionen verkauften die Audianer in acht Jahren vom noch in Ingolstadt gefertigten Vorgänger.

Fast wie der Vorgänger

Eine Basis, die äusserlich nur behutsam einem Feinschliff unterzogen wurde. So weichen Rundungen klaren und geraden Linien. Ein neuer Grill, neue Aussenspiegel, Scheinwerfer und Rückleuchten müssen überdies genügen, um den Q5 als neuen Modelljahrgang zu kennzeichnen. 

In Länge, Höhe und Radstand wuchs der Newcomer um 34, zwölf beziehungsweise sechs Millimeter. Zugegeben, auf den ersten Blick nicht viel, doch allemal genug, damit die Fondpassagiere von mehr Bein- und Kopffreiheit profitieren können. Geradezu fürstlich reisen sie, wenn noch dazu die optional um zwölf Zentimeter längs verstellbaren Einzel-Rücksitze in die hinterste Position verschoben werden.

Design mindert Beinfreiheit

Zurückhaltend, aber doch modern präsentiert sich der Innenraum. Virtuelles Cockpit, Head-up-Display, MMI – natürlich alles optional – finden sich dort genauso wie neue und guten Seitenhalt bietende Sitze. Vorteil: Das Cockpit ist optimal auf den Fahrer zugeschnitten. Nachteil: Dadurch entstand in der Armaturentafel eine Auswölbung, die den Beifahrer seiner Kniefreiheit beraubt. Allein um das Handschuhfach öffnen zu können, muss er die Beine schon ordentlich anziehen, um nicht unliebsame Bekanntschaft mit der Klappe zu machen. Ja, selbst der Laderaum bekommt sein Fett weg. So entstehen hinter der per angedeutetem Fusstritt öffnenden Ladeklappe zwar zehn Liter mehr Stauvolumen und eine angenehm tiefe Ladekante, doch bleibt nach dem Umklappen der 40/20/40-geteilten Rücklehnen immer eine Stufe zurück. Jungs, an einer topfebenen Ladefläche solltet ihr noch ein wenig arbeiten. 

Rundum-sorglos-Paket

Nichts zu mosern gibt es bei den Assistenzsystemen. In diesem Punkt steht der Q5 dem Q7 in nichts mehr nach. Serienmässig steht der Kollisionswarner Pre Sense bereit, der per Kamera und bis 85 km/h die Strasse beobachtet und bei einem drohenden Crash eine Vollbremsung einlei- tet. Wer noch ein paar Franken drauflegt, bekommt obendrein noch den Ausweich-, Park- und Abbiegeassistenten sowie die Querverkehrs-Überwachung. Top ist der ebenfalls optionale Stauassistent. Er übernimmt bis 65 km/h die Lenkradarbeit bei zäh fliessendem Verkehr. Darüber hinaus aktiviert das Auto stufenlos und automatisch dann wieder den Spurassistenten. 

Sicherheit, die auch die Fahrwerke garantieren. Dazu wird neben dem Stahl- ein Luftfahrwerk angeboten. Die optionale Luftfederung treibt zwar den Preis weiter in die Höhe, ist jedoch ihr Geld wert. Mit ihm haben die Audi-Entwickler auf die Kritik reagiert, dass der Q5 zu stramm abgestimmt sei. Der Unterbau filtertert jede Unebenheit gekonnt weg und sorgt für einen guten Abroll- komfort. In Verbindung mit der neuen Fünflenker-Aufhängung bieten die adaptiven Dämpfer das gesamte Spektrum von sportlich straff bis komfortabel. Über das Audi Drive Select lässt sich so der Härtegrad in jetzt sieben Stufen einstellen, womit Karosseriewankungen komplett eliminiert werden. Und im neuen Lift/Offroad-und Allroad-Modus wird das rund 1,9 Tonnen schwere SUV gar um 60 Millimeter angehoben, um es fit fürs Gelände zu machen. Genau das Richtige für die staubigen Schotterpisten.

Kleiner ist manchmal feiner

Für Effizienz sorgt unter anderem der weiterentwickelte Quattro-Antrieb. Bei normaler Fahrt koppelt er die Hinterachse ab, sodass maximal nur noch 20 Prozent im Allradantrieb gefahren werden. Doch nicht nur diese Massnahme hilft, Moscht zu sparen. Die bei Markteinführung im Januar erhältlichen Zweiliter-Benziner mit 252 PS und der 190 PS starke Vierzylinder-Turbodiesel sollen ebenfalls ihren Teil dazu beitragen. Erstgenannter fühlt sich gerade in höheren Drehzahlbereichen recht angestrengt an. So ist der durchzugsstarke Turbodiesel mit seinen 400 Nm Drehmoment und einem Mix von 4,9 l/100 km die sicherlich bessere Wahl. Ab Juni komplettiert der Dreilter-V6-Turbodiesel mit 286 PS und im Juli der Zweiliter- Diesel mit 163 PS die Motorenpalette. Das dann hoffentlich ohne Ärger mit den US-Behörden.

Jörg Petersen sagt: «Obwohl man es ihm nicht auf den ersten Blick ansieht, hat der Audi Q5 technisch echt dazugewonnen. Er beweist aber auch, dass es keinen Dreilter-V6 braucht, um flott unterwegs sein zu können. Für mich ist der Zweiliter-Diesel mit 190 PS die klar bessere Wahl. Doch auch der kostet bereits rund 55 000 Franken – nackt.» 

Technische Daten: Audi Q5

Preis ab 54'650 Franken
Hubraum 1968 cm3
Leistung 140 kW/190 PS
Drehmoment 400 Nm bei 1750–3000/min
Getriebe/Antrieb 7-Gang Automatik, Allradantrieb
0 bis 100 km/h 7,9 s
Spitze 228 km/h
Norm-Mix 4,9 l/100 km
CO₂ Emissionen 129 g/km CO2
Energieeffizienz B
Länge/Breite/Höhe L/B/H: 4663/1893/1659 mm
Leergewicht 1845 kg
Ladevolumen 550–1550 l
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11 Mai 2017