Los Angeles Motorshow

Krönender Abschluss

Rund 50 Premieren, auch von deutschen Herstellern, stehen in L.A.
Aston Martin Vantage
BMW i8 Roadster
BMW i8 Roadster
Bollinger B1
Corvette ZR1
Infiniti QX50
Jeep Wrangler
Lexus RXL
Lexus RXL
Lincoln Nautilus
Mazda 6
Mercedes CLS
Mercedes CLS
Nissan Kicks
Porsche 718 Boxster GTS
Subaru Ascent

Die L.A. Autoshow beschliesst das Autojahr. So liessen sich die Hersteller nicht lumpen und fuhren alles auf, was Rang und Namen hat. Über 50 Premieren werden noch bis 10. Dezember den Besuchern unter der Sonne Kaliforniens präsentiert. Nachfolgend haben wir einen kleinen Überblick der wichtigsten Highlights zusammengestellt.

Aston Martin Vantage

Seit 2005 ist der V8 Vantage quasi das Einsteigermodell in die Aston-Martin-Welt. Genau dieser «kleine» Aston wird jetzt erstmals ersetzt. Doch dazu musste schon eine Garage aus Los Angeles alles aufbieten, um ihn an der Motor Show präsentieren zu können – wenn der Hersteller schon nicht erscheint. Motorenseitig wird der V8-Biturbo von AMG eingesetzt, der es auf 510 PS bringt, allerdings soundtechnisch überarbeitet worden ist, um sich akustisch von den Affalterbacher Boliden abzuheben.
Auf den ersten Blick erfreut sich das Auge an der sehr gelungenen, sportlichen Grundform, die zwar dem Vorgänger ähnlich geschnitten ist, aber wesentlich leichtfüssiger wirkt. Was auf den zweiten Blick auffällt, sind die auffälligen und aggressiver gestalteten Elemente an Front und Heck. Der filigrane Kühlergrill verschmilzt mit den unteren Lufteintritten zu einem recht auffälligen Ganzen. Im Heck wird die Wagenunterhälfte vom ausgeprägten Diffusor dominiert. Das ist schon eine andere Aussage, als man sie vom Vorgänger kennt. Den gleichen Eindruck hinterlässt auch das Interieur. Es unterscheidet sich formal radikal vom Vorgänger und auch vom DB11 und orientiert sich an den ebenfalls nicht gerade «aufgeräumten» Vorbildern von McLaren oder Lamborghini. Das Infotainmentsystem stammt von Mercedes und wer noch etwas wartet, hat bald die Wahl zwischen Coupé, Cabrio und V12-Motor.

Bollinger B1

Darf man dem amerikanischen Start-up-Unternehmen Bollinger Motors glauben, sollen für den umgebauten Elektro-Landi bereits über 10'000 Anfragen vorliegen. 2019 soll man sie spätestens auf der Strasse sehen. Zwei an den Achsen montierte Elektromotoren bieten eine Systemleistung von 360 PS und 640 Nm Drehmoment. Der Kunde kann zwischen zwei im Fahrzeugboden eingebauten Stromspeichern mit 60 oder 100 kWh entscheiden. Sie sollen dem rund 1,8 Tonnen schweren Offroader zu einer Reichweite von 190 oder 320 Kilometer verhelfen. Die Ladedauer beträgt für den kleinen Akku sieben und für den grossen zwölf Stunden. Eine Schnell-Ladesystem für den 100 kWh-Speicher soll diesen Job in 75 Minuten schaffen. Wer Anfang 2018 bereits 1000 Dollar überweist, wird bei der Auslieferung der ersten Fahrzeuge bevorzugt behandelt. Ein Preis für den E-Allradler steht allerdings noch nicht fest. 

BMW i8 Roadster

BMW öffnet den i8 und überarbeitet gleichzeitig den Antrieb. Das Stoffverdeck öffnet sich innert 15 Sekunden vollautomatisch bis zu einem Tempo von 50 km/h und macht den Sportler im Gegensatz zum Coupé zum Zweiplätzer – wobei die hinteren Plätze im Coupé ohnehin nur Ablage sind. Die Bayern haben zudem die Batterie überarbeitet, die nun über eine Kapazität von 11,6 statt 7,1 kWh verfügt. Der Elektroantrieb erstarkt damit um 12 PS auf 143 PS, zusammen mit dem 231 PS starken Dreizylinder beträgt die Systemleistung 374 PS, die elektrische Reichweite 53 Kilometer. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 250 km/h abgeregelt und wie es um den Normverbrauch von 2,1 l/100 km in der Realität steht, dürfte mittlerweile bekannt sein. Alle Verbesserungen am Antrieb sind ab sofort auch für das Coupé erhältlich.

Corvette ZR1

Bevor die siebte Generation in Rente geht, eskaliert der amerikanische Sportwagen noch einmal so richtig. Im Falle der ZR1 wüten 766 PS und 969 Nm an der Hinterachse, generiert aus dem 6,2-Liter-V8 mit Kompressoraufladung. Ein alles andere als dezentes Aerodynamik-Paket sorgt für Abtrieb und die notwendige Kühlung. Mehr als 340 km/h sollen drin liegen und wer noch richtig arbeiten und das Biest zähmen will, entscheidet sich anstelle der 8-Gang-Automatik für den 7-Gang-Handschalter. Auf dem Heck sitzt ein mächtiger Karbonspoiler, der in zwei Varianten angeboten wird. Die Basisversion erhöht den Abtrieb gegenüber der Z06 um 70 Prozent und ist für Highspeedfahrten gedacht. Für den Rundstreckeneinsatz setzt die Z01 auf einen grösseren, in zwei Stufen einstellbaren Spoiler, der den Abtrieb um 60 Prozent erhöhen soll. Wer weniger oft eine Rennstrecke aufsuchen möchte, greift zur Cabrio-Variante.

Infiniti QX50

Endlich schiebt Infiniti nach diversen Studien wiedermal ein Serienmodell ins Rampenlicht. Der SUV QX50 überträgt das Design von der Limousine Q50 auf ein SUV. Schwungvolle, zackige Linien lassen das SUV modern und andersartig wirken. Das Interieur setzt auf fliessende Formen und einen edlen Materialmix aus Leder, Alcantara und Echtholz. So weit, so gut. Die eigentliche Revolution steckt aber unter der Haube. Als Weltpremiere in einem Serienmodell kommt dort ein Zweiliter-Benziner mit variabler Verdichtung zum Einsatz! Der Vierzylinder mit Turboaufladung verfügt über einen variablen Hub und kann so das Verdichtungsverhältnis zwischen 8:1 und 14:1 variieren. Somit generiert er 272 PS sowie 390 Nm Drehmoment und ist obendrein sparsamer als der betagte 3,5-Liter V6-Motor von Infiniti.

Jeep Wrangler

Der neue Jeep Wrangler wird auch weiterhin auf einem Leiterrahmen aufbauen, die Silhouette hat sich kaum verändert. Während sich optisch – und das ist von den Fans und Kunden bestimmt gewünscht – wenig getan hat, wurde das Interieur modernisiert und hochwertiger gestaltet. Das Armaturenbrett ist schlank, Zierelemente sind optional in Wagenfarbe erhältlich. Geblieben sind die charakteristischen Haltegriffe an den A-Säulen und vor dem Beifahrersitz. Motorenseitig wird weiterhin der überarbeitete 3,6-Liter-V6-Benziner mit 284 PS angeboten. Ganz neu wird zudem ein Zweiliter-Benziner mit ähnlicher Leistung, aber tieferem Verbrauch im Sortiment verfügbar sein. Für die Dieselfreunde eine besonders gute Nachricht: Der alte 2,8-Liter-Diesel fällt aus dem Programm, dafür hält der Dreiliter-Selbstzünder aus dem Grand Cherokee Einzug!

Lexus RX Langversion

Das grosse SUV von Lexus wird ganz sanft überarbeitet. Eine neue Grafik der Rücklichter und eine dritte Sitzreihe sind neben geringfügigen Modifikationen im Interieur alle Neuerungen. Klingt nach wenig, allerdings gibt es keinen anderen Vollhybrid, der drei Sitzreihen im Angebot hat. Wer mit dem 313 PS starken Hybrid mit CVT-Getriebe nicht warm wird, hat noch einen Vierzylinder-Benziner mit 238 PS zur Wahl.

Lincoln Nautilus

Mit einem grossen Facelift löst der Lincoln Nautilus den MKX ab. Neben viel Chrom hat man dem Fünftürer unter anderem einen neuen Kühlergrill verpasst. Darüber hinaus gibt es neue LED-Scheinwerfer, während das Heck ein neues LED-Leuchtenband ziert. Im Motorenprogramm finden sich durch den Wegfall des 3,7-Liter-V6-Saugers nur noch Turbomotoren mit 245 beziehungsweise 335 PS. Ein Achtgangautomat ist genauso serienmässig wie der adaptive Tempomat, Spurhalteassistent und ein neues Sync3-Infotainmentsystem. Dank Abkoppelung des Allradantriebs wird der Fünftürer im normalen Fahrbetrieb zum Fronttriebler.

Mazda 6 Facelift

Ein Mini-Facelift hält den schönen Mazda 6 weiterhin frisch. Während äusserlich Grill und Scheinwerfer die Nähe zum neuen CX-5 aufsuchen, bleibt das Heck unverändert. Im Interieur werden die Bedienelemente sowie Lüftungsdüsen überarbeitet, das Ganze ähnelt dann ebenfalls dem CX-5 Cockpit. Ebenfalls überarbeitet wurde der Abstandstempomat, der nun bis zum Stillstand bremsen kann. Dies kann die Konkurrenz schon lange, insofern war diese Neuerung notwendig. Unter der Haube gibt es die grösste Neuerung: Einen 2,5-Liter grossen Turbobenziner mit 250 PS als Topmotoriserung! Allerdings ist noch offen, ob dieser Motor auch in der Schweiz angeboten wird. Das bisherige Spitzenaggregat, ein 192 PS starker Sauger, erhält zur Verbrauchsoptimierung eine Zylinderabschaltung.

Mercedes CLS

Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Den hierzulande beliebten Shooting Brake wird es leider nicht mehr geben. Auf den Hauptmärkten Asien und Amerika ist nur die Limousine gefragt. Schade eigentlich. Jedoch muss sich der CLS einen Namen gemacht haben, dass Mercedes an der Bezeichnung festhält. Gemäss der Nomenklatur müsste der elegante Viertürer eigentlich CLE heissen, da er auf der E-Klasse basiert. Antriebsseitig stellt sich der Mercedes CLS dafür neu auf. Er bekommt einen 299 PS und 400 Nm starken Vierzylinder-Benziner im CLS 350 mit 48-Volt-Bordnetz. Im CLS 450 arbeitet ein Reihensechszylinder mit 367 PS. Die Diesel kommen mit vier und sechs Zylindern sowie 245 und 286 PS.

Nissan Kicks

Das Crossover-SUV wird den Weg nach Europa nicht finden. Es ist vorrangig für den chinesischen und südamerikanischen Markt gedacht. 2014 entworfen in den Nissan Designstudios von San Diego und Rio de Janeiro wird es für die zweite Generation nur den 1,6-Liter-Motor mit 125 PS geben. Allradantrieb ist auch optional nicht zu haben, dafür ein Infotainmentsystem mit 7-Zoll-Touchscreen, Android Auto und AppleCarPlay sowie ein Bose-Soundsystem. Darüber hinaus ist der Fünftürer mit Notfall-Bremsassistent, 360-Grad-Kamera und weiteren Features nahezu komplett ausgestattet.

Porsche Cayman/Boxster GTS

Die GTS-Modelle der 718-Baureihen sind zu erwarten gewesen, bevor die neue Generation auf die Strasse kommt. Die beiden Mittelmotor-Sportler verfügen in der GTS-Variante über den 2,5-Liter Vierzylinder-Boxer mit Turboaufladung. Die Leistung beträgt 365 PS – 15 PS mehr als bei den S- Modellen. Das serienmässige Hinterachs-Sperrdifferential sowie das um zehn Millimeter tiefergelegte Fahrwerk sorgen für einen weiteren Schuss Sportlichkeit. Schwarze Akzente aussen und viel Alcantara innen zeichnen die GTS-Modelle optisch aus. Die Modelle sind in der Schweiz bereits bestellbar und zwar ab 93'100 Franken für den Cayman und 95'600 Franken für den Boxster.

Range Rover SVAutobiography

Der ultimative Luxus, den Land Rover zu bieten hat. Handvernähtes Leder, 1,2 Meter Beinfreiheit, elektrische Fondtüren, verstellbare Rücksitze, Kühlfach in der Mittelkonsole, Infotainmentsystem, Hot-Stone-Massage… Den Passagieren im veredelten Range Rover soll es an nichts fehlen. Drei komplett verschiedene Antriebe stehen für den 5,20 Meter langen Geländewagen zur Wahl: Ein 400 PS starker Plug-in-Hybrid mit einem Zweiliter-Benziner, der 565 PS starke V8-Kompressor sowie der 339 PS starke V8-Diesel.

Subaru Ascent

Subaru erweitert sein SUV-Angebot mit dem siebensitzigen Ascent. Das komplett neue Auto erhält auch einen komplett neuen Motor, nämlich einen 2,4-Liter-Vierzylinder-Boxer mit 260 PS. Gekoppelt ist das Aggregat an ein stufenloses Automatikgetriebe, der permanente Allradantrieb ist serienmässig. Die Japaner legen ausserdem grossen Wert auf Nutzwert. 2,5 Tonnen Anhängelast sind ein Argument, acht USB-Schnittstellen und 19 Cup-Holder im Innenraum ein Anderes! Über das bekannte Eyesight-Kamerasystem werden die Assistenzsysteme Abstandstempomat, Spurhalteassistent sowie Notbremsassistent und Verkehrszeichenerkennung realisiert. Das mit 5,05 Meter Länge äusserst stattliche Auto wird exklusiv in den USA für den nordamerikanischen Markt gebaut. Hierzulande bleibt der Forester das grösste SUV im Angebot von Subaru.

Text: Koray Adigüzel / Jörg Petersen

Bilder: Jörg Petersen

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30 Nov 2017