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Tesla Premieren

Auf neuen Wegen

Tesla kehrt mit dem neuen Roadster einerseits zu den Wurzeln zurück, andererseits wollen die Amerikaner mit dem LKW neues Terrain erobern. Die Versprechen sind gross – jetzt müssen sie nur noch eingehalten werden.

Als Tesla im Jahr 2006 den ersten Roadster vorstellte, waren massentaugliche Elektroautos noch in weiter Ferne. Mit dem Chassis der Lotus Elise und einer 56 kWh-Batterie – die nichts weiter als eine Aneinanderreihung von handelsüblichen Lithium-Ionen-Batterien war – ging das erste Serienauto von Tesla an den Start. Über zehn Jahre später ist die Situation eine andere. Tesla möchte wieder Pionier sein und als Erster den Elektro-LKW den Kunden schmackhaft machen. Der neue Roadster dagegen soll die Marke weiterhin sexy erscheinen lassen – und womöglich die derzeitigen Probleme des Model 3 Serienanlaufs etwas unter den Tisch kehren.

1000 Kilometer Reichweite

Die bisherigen Daten, die das Unternehmen für den Roadster nennt, sind atemberaubend. Unglaubliche 1,9 Sekunden sollen für den Sprint von 0 auf 100 km/h anstehen, die Höchstgeschwindigkeit soll bei 400 km/h liegen. Das wäre Weltrekord für ein serienmässiges Elektroauto. Ebenfalls rekordverdächtig ist die Reichweite von 1000 Kilometern, die gemäss Musk selbst bei Autobahntempo gilt. Um diese gigantische Autonomie zu ermöglichen, baut Tesla eine 250 kWh-Batterie in den Roadster ein.

Drehmoment bis zum Abwinken

Wahrscheinlich bringt Tesla die Batterie dort unter, wo bei Mittelmotor-Stromern der Motor sitzt. Die drei Elektromotoren, welche den Roadster antreiben, können nämlich viel näher an der Achse untergebracht werden. Zwei Motoren sitzen an der Hinterachse, einer an der Vorderachse. Eine Systemleistung wird noch nicht angegeben, dafür das Drehmoment: 10'000 Nm! Und nein, hier ist keine Null zu viel vorhanden.

Hohe Reservierungsgebühr

Starten soll die Serienproduktion der Elektrorakete im Jahr 2020. Wer den schleppenden Serienstart des Model 3 mitverfolgt, hat allerdings berechtigte Zweifel, ob das wahr sein kann. Aber lassen wir uns überraschen, was Musk liefert. Wer ihm und dem Unternehmen vertraut, kann den Roadster jetzt schon vorbestellen. Allerdings sind dafür nicht 1000 Dollar wie beim Model 3, sondern geschlagene 50'000 Dollar fällig. Der Einstiegspreis soll bei ungefähr 200'000 Dollar liegen, eine erste sogenannte «Founder's Series» kostet 250'000 Dollar.

Der nächste Schritt

Der Semi genannte Truck kann von Fuhrunternehmen ebenfalls bereits bestellt werden, seine Anzahlung beträgt lediglich 5000 Dollar. Im Verlauf von 2019 wird die Auslieferung vorerst in Amerika starten. Einen konkreten Preis nannte Musk indes nicht, sondern betonte nur, dass der Semi-Truck pro Kilometer 20 Cent güngstiger sei als ein Diesel-LKW. Und Kilometer soll er jede Menge machen können: Tesla sagt, dass der LKW mit mittigem Fahrersitz pannenfrei 1,6 Millionen Kilometer abspulen kann.

800 Kilometer Reichweite

Besonders wichtig beim Truck: Die Reichweite. LKWs fahren schliesslich viel weiter als Autos. Mit welcher Batterie die Amerikaner den LKW selbst bei voller Beladung 800 Kilometer weit kommen lassen wollen, ist noch nicht preisgegeben. Angetrieben wird der Sattelschlepper von vier Motoren und selbst bei zwei ausgefallenen Aggregaten sei der Tesla-Truck immer noch schneller als ein Diesel-LKW, betont Musk bei der Präsentation.

Erst der Anfang

Der Sattelschlepper wird nicht das einzige Nutzfahrzeug von Tesla sein. Mindestens ein Pick-up wird noch folgen, wahrscheinlich auch ein kleinerer LKW für den Nahverkehr. Es wird vermutet, dass der Hersteller selbst beim LKW dieselben Motoren wie von den Autos verwenden kann, was Kosten spart. Bestätigt ist dies jedoch nicht. Ob sich Tesla auch beim LKW-Geschäft als Pionier durchsetzen kann, wird sich zeigen. Allerdings sollten sich die Amerikaner bewusst sein, dass Flottenkunden wahrscheinlich weniger geduldig sein werden, was Lieferverzögerungen betrifft.

Text: Koray Adigüzel

Bilder: Tesla

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20 Nov 2017