Dieselprämie

Förderung für ein neues Auto

Diverse Hersteller belohnen in Folge des Dieselskandals Schweizer Kunden, die ihren alten Diesel zu Gunsten eines neuen Autos ersetzen. Die Marke des alten Fahrzeugs spielt dabei keine Rolle.

Alte Diesel verpesten die Luft. Um Fahrer eines alten Diesels zu einem neuen Auto zu bewegen, startet mehrere Hersteller die sogenannte Dieselprämie. Wer beispielsweise einen Euro 4 Diesel (Die Euro 4 Abgasnorm wurde ab 1. Januar 2005 für alle Neuwagen Pflicht) oder älter bei einem Kauf eines neuen VWs verschrotten lässt, erhält eine Prämie. Die Motorisierung des neuen VWs spielt dabei keine Rolle. Es ist zu erwarten, dass die anderen Marken des Volkswagen-Konzerns nachziehen.

In Deutschland schon gestartet

Wie hoch diese ausfallen wird, ist noch nicht festgelegt. Die Amag werde dies voraussichtlich Ende August kommunizieren. In Deutschland ist die Aktion bereits am laufen. Die Prämien belaufen sich dort von 2000 € für den up! bis hin zu 10'000 € für den Touareg. Das trifft auch auf die Schweiz zu. Ab September 2017 wird der Importeur ebenfalls mit einer Prämie aufwarten und zwar für alle Marken der Amag, also auch Seat, Skoda und Audi. Die Höhe ist noch nicht bekannt.

BMW & Mercedes fördern neuen Diesel ebenfalls

Auch die beiden Schweizer Importeure von BMW und Mercedes bieten eine Dieselprämie für Euro 4 Diesel oder älter. Im Gegensatz zur Amag steht diese aber nicht im Verhältnis zum neuen Modell, sondern beläuft sich bei Mercedes auf pauschal 2200 Franken und bei BMW 2000 Franken. Allen gemein ist, dass das Fabrikat des alten Modells keine Rolle spielt, auch Fremdsmarken werden akzeptiert.

Ford zeigt sich grosszügig

Fords Dieselprämie – der Hersteller nennt sie Abwrack-Prämie – zielt nicht nur auf alte Dieselmodelle ab, sondern inkludiert auch alte Benziner. Unabhängig von der Schadstoff-Einstufung muss das alte Fahrzeug seit Erstimmatrikulation mindestens zehn Jahre in Betrieb sein. Treffen diese Bedingung zu, gewährt der Schweizer Importeur beim Kauf eines Neuwagens zwischen 4000 und 8000 Franken Rabatt, je nach Modell. Speziell von Ford: Die Prämie wird auch auf Nutzfahrzeuge gewährt. Wer ein Nutzfahrzeug, das älter als zehn Jahre ist, verschrotten lässt, kommt zwischen 10'000 und 12'000 Franken günstiger, wenn er einen neuen Ranger oder Transit kauft.
Als bislang einziger Hersteller gewährt Ford auch Rabatte auf alternative Antriebe. Kostete der Focus Electric bis anhin 36'600 Franken, kommt Ford Schweiz den Kunden jetzt preislich um 11'500 Franken entgegen. Somit kostet der Stromer mit einer Reichweite von 220 Kilometer noch 25'100 Franken. Der Mondeo Hybrid kostet statt 39'900 Franken noch 31'400 Franken.

Renault macht ebenfalls mit

Auch Renault beteiligt sich an der Dieselprämie. Jeglicher Diesel mit Euro 4 oder älter, wird bei einem Neufahrzeugkauf von Renault entgegen genommen. Die Höhe der Prämie richtet sich dabei an den Wert des Neufahrzeugs und beträgt zwischen 2500 Franken für den Twingo und 6200 Franken für den Espace. Prämien gibt es auch für die beiden Stromer Zoe und Kangoo: Für sie beträgt die Prämie 4700, respektive 3000 Franken.

Ergebnis des Diesel-Gipfels

Hintergrund dieser Aktion ist der Diesel-Gipfel, der anfangs August in Stuttgart stattgefunden hat. Am Gipfeltreffen wurde vereinbart, dass verschiedene Hersteller Software-Updates für aktuelle Dieselmotoren anbieten, um den Schadstoffausstoss zu senken. Da dies bei älteren Motoren allerdings nicht möglich ist, sorgt man mit der Prämie für einen Kaufanreiz eines neuen Modells. 

 

Text: Koray Adigüzel

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11 Aug 2017