VW Arteon

Gute Reise!

Mit dem Arteon bekommt das Premiumsegment weiter Zuwachs. Der Viertürer glänzt mit sportlich dynamischem Design und breit aufgestellter Motorenpalette.

VW besetzt mit dem Arteon wieder die Premiumklasse. Der coupéhaft gestylte Viertürer schliesst die Lücke, die Phaeton und der Passat CC hinterlassen haben. Doch wohlgemerkt: Er ist nicht der Nachfolger des CC. Im Gegenteil: Mit dem Arteon erwächst dem BMW 4er Gran Coupé, Audi A5 Sportback, Jaguar XF, Skoda Superb und Volvo S60 neue Konkurrenz. Und der hat es in. Dank des dynamischen Designs zieht er die Betrachter schnell in seinen Bann. Leider nur äusserlich. Bei der Gestaltung des Interieurs hat die Designer etwas der Mut verlassen. Hier wirkt er doch zu passatig. Das ist in Sachen Übersichtlichkeit und Verarbeitung kein Nachteil, doch erwartet man einfach mehr Eigenständigkeit und Pepp.

 

Neue Assistenzsysteme

Selbstverständlich sind somit Spurhalte- oder Notbremsassistent. Neu der Abstandsregelautomat, der nicht nur die richtige Distanz zum Vordermann, sondern erkennt die Verkehrszeichen und reduziert automatisch das Tempo. Das funktioniert selbst bis 210 km/h prima. Der Emergency-Assistent sichert Fahrer und Fahrzeug ab. Droht der Fahrer einzuschlafen und reagiert nicht auf die eingeleiteten Bremsungen, lenkt er den Arteon automatisch an den rechten Fahrbahnrand. Und nicht zuletzt leuchtet mittlerweile auch das Kurvenlicht in die Biegungen hinein – dies, bevor der Fahrer einlenkt, da der Arteon dank GPS den Strassenverlauf bereits kennt. 

Langstreckentauglich

Nicht mehr missen will man die nahezu perfekte Sitzergonomie. Vorn ist sie auf den bequemen, gut Seitenhalt bietenden Sitzen super. Die Hinterbänkler geniessen dank des gegenüber dem Passat fünf Zentimeter längeren Radstands fürstlich Beinfreiheit. Aufgrund der abfallenden Dachlinie ist einzig die Kopffreiheit vor allem für Grossgewachsene etwas eingeschränkt. Und mit einem Laderaum, der 563 bis 1557 Liter Stauvolumen bereitstellt, findet sich ausreichend Transportkapazität vor. Das ist mehr als beim Audi A5 Sportback (400–1300 Liter), aber weniger als der Skoda Superb (610–1740 Liter) bereitstellt.

Sportlich unterwegs

Ab Mitte Juni stehen drei Benziner und drei Diesel mit 150 bis 280 PS im Angebot. Serienmässig an das Siebengang-DSG gekoppelt und in Kombination mit dem serienmässigen Allradantrieb, glänzt der von uns gefahrene 2.0 TSI mit 280 PS und 350 Nm Drehmoment durch Spontaneität und Agilität. Er soll sich mit nur 7,3 l/100 km begnügen und erreicht eine Vmax von 250 km/h. Eine etwas bessere Wahl ist punkto Effizienz und Durchzugskraft der Zweiliter-Diesel mit 240 PS und 500 Nm Drehmoment.  Ohne Turboloch oder Anfahrschwäche weiss er seine Kraft gezielt einzusetzen und soll sich im Mix mit nur 5,9 l/100 km begnügen. Auch diese Motorvariante wird serienmässig vom DSG und 4motion-Antrieb unterstützt. 

In Kombination mit dem straff abgestimmten Fahrwerk und der aus dem Golf GTI und R übernommenen progressiven Lenkung glänzt der Gran Tourismo so mit einem sehr neutralen Fahrverhalten. Er meistert die Biegungen präzis und direkt einlenkend sehr spurtreu und neutral. Somit sind die Handlingeigenschaften und Fahrstabilität auf hohem Niveau. Eben halt wie es sich für eine Premiumlimousine gehört, deren Preis ab 44 300 Franken startet.

Textt: Jörg Petersen

Bilder: VW

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20 Jun 2017