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CO2-Vorschriften ab 2020

Die Vorgaben schrittweise erreichen

Über alle Fahrzeuge hinweg darf die Flotte eines Autoherstellers, respektive Importeurs in der Schweiz, nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. auto-schweiz plädiert nun für eine schrittweise Umsetzung.

Ab 2020 wird in der Europäischen Union der bestehende CO2-Grenzwert für neue Personenwagen schrittweise auf 95g/km sowie derjenige für leichte Nutzfahrzeuge auf 147g/km gesenkt. Die Schweiz will diese Werte übernehmen. Während diese jedoch in der EU über sämtliche Mitgliedsstaaten hinweg gelten und sich so verschiedene Fahrzeugmärkte gegenseitig ausgleichen, müssen die Schweizer Automobil-Importeure die Ziele alleine erreichen. Bei Überschreitung drohen nach Berechnungen des Bundes hohe Sanktionszahlungen von bis zu 200 Millionen Franken zwischen 2020 und 2023, die sich auch auf die Fahrzeugpreise auswirken würden. Allerdings können die Schweizer Importeure kaum Einfluss auf angebotene Fahrzeuge nehmen, die Hersteller machen so gut wie keine Unterschiede zwischen den europäischen Ländern. 

Alternatives Einführungsprogramm

Die Einführungsmodalitäten des Bundes bestehen zum einen aus einem jährlich ansteigenden Flottenanteil, der bei der Berechnung des CO2-Durchschnitts eines Importeurs herangezogen wird («Phasing-in»). Zum anderen werden besonders emissionsarme Fahrzeuge (unter 50g CO2/km) mehrfach angerechnet («Supercredits»). Beide Instrumente haben sich bei Einführung des heute geltenden Grenzwertes von 130g CO2/km für Personenwagen bestens bewährt, so dass dieser nach dem Auslaufen der Förderinstrumente 2015 lediglich um fünf Gramm CO2/km verpasst wurde. Aus diesem Grund unterstützt auto-schweiz die erneute Anwendung der Einführungsmodalitäten und schlägt lediglich angepasste Zahlenwerte für «Phasing-in» und Supercredits vor, die der folgenden Tabelle entnommen werden können.

auto-schweiz co2 Vorgaben

Verhaltene Elektromobilität

Die grösste Schwierigkeit bei der Ausgestaltung der Einführungsmodalitäten liegt in der Prognose der künftigen Entwicklung der Elektromobilität, erklärt auto-schweiz-Direktor Andreas Burgener: «Wir haben eine detaillierte Studie in Auftrag gegeben, die deutlich macht, dass der Markt für Elektroautos in der Schweiz nicht so schnell wachsen wird, wie sich der Bundesrat, aber auch unsere Mitglieder das wünschen würden.» Dies liege vor allen Dingen an den im Vergleich zur EU deutlich geringeren Förderinstrumenten, so Burgener weiter: «Viele EU-Staaten geben der Elektromobilität massive Starthilfe, von der wegfallenden Import- und Fahrzeugsteuer, über hohe Kaufprämien bis hin zur Finanzierung von Ladestationen und kostenlosem Parkieren. Die Schweiz hingegen kennt nur einen Wegfall der vierprozentigen Importsteuer. Rabatte bei der Motorfahrzeugsteuer sind Kantonssache und deshalb weder flächendeckend noch einheitlich.» Deshalb werde sich die Elektromobilität hierzulande keinesfalls so schnell entwickeln, wie in Ländern mit starker Förderung und wie es der Bundesrat für seinen Vorschlag annimmt.

Text: Pressedienst / Koray Adigüzel

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10 Mai 2017