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Porsche WEC Prolog

Den Hattrick im Visier

Porsche peilt in der FIA World Endurance Championship WEC den Hattrick an. Ein neues Auto und neue Piloten sollen die «Mission 2017» zum Erfolg führen.

Der Auftrag ist klar: Einerseits wollen die Zuffenhausener mit der Neuauflage des Porsche 919 Hybrid Le Mans (17./18.06.) zum dritten Mal in Folge gewinnen, andererseits will man den Hersteller- und Fahrertitel einheimsen. Und die Chance ist gross. Nach dem Rückzug von Audi im vergangenen Jahr ist Toyota der ärgste Konkurrent. Und die Japaner sind nach der Schmach von 2016, wo die Führenden um Sébastien Buemi in der letzten Runde ausfielen, in Zugzwang. So stellen sie gleich drei LMP1-Boliden beim 24h-Klassiker in die Startaufstellung.

Evolution statt Revolution

So muss sich Porsche die Favoritenrolle gefallen lassen. Entsprechend gross war der Aufwand. Im Bereich Aerodynamik, Fahrwerk und Verbrennungsmotor kommen am 2017er Porsche 919 Hybrid Neuerungen zum Einsatz. Teamchef Andreas Seidl: «Rund 60 bis 70 Prozent des Gesamtfahrzeugs sind Neuentwicklungen. Einzig das Monocoque haben wir vom 2016er Auto übernommen.» Hinzu kommt, dass das neue Reglement die Teams in Sachen Aerodynamik einschränkt. «Die Beschränkung auf zwei statt ehemals drei aerodynamische Auslegungen pro Saison ist zwar eine vernünftige Massnahme im Sinne der Kostenkontrolle, machte für uns die Entwicklung des neuen Fahrzeugs nicht einfacher», so Seidl. Allein der reglementarische Einfluss auf die Aerodynamik wird die Rundenzeiten in Le Mans um drei bis vier Sekunden purzeln lassen. Inwieweit sich das durch die verschiedenen Updates kompensieren lässt, muss man abwarten.»

Kraft der zwei Herzen

Entsprechend wurde der Motor den gegebenen Umständen angepasst. Das Prinzip bleibt gleich, einzig die Getriebe an Vorder- und Hinterachse, der Verbrennungsmotor, die E-Maschine und die Rückgewinnungssysteme wurden optimiert. Die Hinterachse des 919 treibt nach wie vor ein 500 PS (368 kW) starker Zweiliter-V4-Turbomotor an. Zwei unterschiedliche Energierückgewinnungssysteme – Bremsenergie von der Vorderachse und Abgasenergie – speisen über eine Lithium-Ionen-Batterie den Elektromotor, der auf Abruf die Vorderachse mit zusätzlich über 400 PS (294 kW) antreibt. Daraus resultiert eine Systemleistung von mehr als 900 PS (662 kW).

Neue Fahrer, neues Glück

Die Basis ist also gelegt. Zwei neu zusammengestellte Fahrertrios müssen für den Erfolg sorgen. Zum letztjährigen Le-Mans-Sieger und WEC-Weltmeister Neel Jani gesellen sich mit André Lotterer und Nick Tandy zwei weitere ehemalige Sieger des 24h-Klassikers. Ein Stück weit zum Leidwesen Janis: «Eigentlich ist es schade, dass André und ich jetzt im gleichen Auto sitzen. Ich habe die Super-Duelle mit ihm immer sehr genossen. Andererseits ist es sehr gut, einen Mann wie ihn und mit seiner Erfahrung an meiner Seite zu haben.» Änderungen gab es auch im Schwesterauto. Nach dem Rücktritt von Mark Webber füllt mit Earl Bamber ebenfalls ein Le-Mans-Sieger die Lücke. Routinier Timo Bernhard bleibt dem Team erhalten. Und wer, weiss, vielleicht können die zwei ja dem Neuseeländer Brendon Hartley zum ersten Le-Mans-Erfolg verhelfen.
Beim Prolog in Monza sah es jedenfalls schon mal gut aus. Beide Fahrzeuge lieferten problemlose Stints ab. Man war bei der Musik. Jetzt arbeitet alles auf den Saisonstart in Silverstone (GB) am 16.04. hin. Da wissen die Zuffenhausener, wo sie und vor allem die starke Konkurrenz aus dem Land der aufgehenden Sonne stehen.

Text: Jörg Petersen
Fotos: Porsche/J. Petersen

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03 Apr 2017