Tempo 400 km/h bedeutet 111 Meter pro Sekunde! Das ist unfassbar schnell, und nur wenig Auserwählten ist es vergönnt, so einen Boliden zu fahren. Nur eins ist sicher: Unter 1000 PS geht das nicht.
Um sich von dieser Kraft im Tiefflug über die Strasse zu katapultieren, bedarf es Vorkehrungen. Manch ein Hersteller kühlt den Kraftstoff auf 12 bis 15 Grad herunter, um die thermischen Belastungen des Motors zu reduzieren. Und die Reifenhersteller arbeiten Nylon-Endlosbandagen in den Pneu ein. Zu hoch sind die Zentrifugalkräfte, die bei 55 Umdrehungen pro Sekunde auf die rund 17 Kilo schweren Reifen wirken.
Da ist es kein Wunder, dass Topgeschwindigkeiten nur mit Vorsicht zu geniessen sind. Soll heissen, nicht jeder Supersportwagen hält, was sein Datenblatt verspricht. Misstrauen dürfte vor allem bei Bausätzen wie dem Ultima GTR angebracht sein. Denn wenn jeder für so wenig Geld einen Supersportler bauen könnte, wäre der enorme Aufwand der Top-3 im 400er-Club kaum erklärlich.
Die Kollegen des britischen Automagazins Top Gear hatten den Bugatti Veyron einmal mit dem etwas älteren McLaren F1 verglichen (Videokommentare in Englisch):
Kampf um die Krone
Ganz vorn steht der Bugatti Veyron. Kurzfristig musste er 2007 die Krone abgeben, als der von Shelby Super Car produzierte SSC Ultimate Aero TT 412 km/h schaffte, mithin 5 km/h mehr als Piechs Vorzeigemodell. Der Konter dauerte drei Jahre, bis Juni 2010. Dann erreichte der Veyron Super Sport eine Vmax von 431,072 km/h. Mit gleicher Technik, aber bezahlbaren Reifen ist die Serienversion auf 415 km/h limitiert.
Für Koenigsegg reichte es bislang nicht zum Thronerben, obwohl die 2008 auf sechs Autos limitierte CCXR-Edition schon weit vorne mitspielt. Der 4,8-Liter-Bi-Kompressor (Rotrex) kann sogar umweltfreundlichen Bio-Sprit verbrennen, liegt aber schon im Normverbrauch bei rund 22 Litern. Unter Volllast dürfte der Tank nach zwei bis drei Minuten leergesaugt sein. Aber das sieht beim Veyron nicht anders aus.
Der ist als Supersportler ausverkauft, es gibt nur noch die Roadster-Version Grand Sport mit 1001 PS für 407 km/h. Doch das ist nur die Ruhe vorm nächsten Sturm. Das schnellste Serienauto der Welt baut jeder Hersteller mal gern.
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