An einer Ikone arbeiten zu dürfen ist Lust und Last zugleich. Zum einen muss sie wiedererkennbar bleiben, auf der anderen Seite etwas Neues bieten. Da geht es oft nur um Nuancen. «Wir konnten das Dach ein wenig absenken. Dadurch wirkt das Auto von vorn flacher und saugt sich noch mehr auf die Strasse», erklärt Porsche-Designchef Michael Mauer.
Das absolute Highlight ist für ihn jedoch das Heck. Schmale Heckleuchten mit neuem Lichtdesign signalisieren Hightech. Die umlaufende Kante betont die Breite, die den 911 satt auf der Strasse stehen lässt. «Und über die Linie ist der Heckspoiler Teil der gesamten Skulptur geworden», sagt Macht. Doch das hochmodellierte Heck opfert fraglos einenTeil der alten 911-Identität. Ob dadurch der Charakter der Ikone erneuert oder ruiniert wird, dürfte reichlich Debatten bieten.
Ein Porsche zum Segeln
Solche Diskussionen werden die Techniker nicht befürchten müssen. Die siebte Generation 911 steckt voller Innovationen.
Leichtbau ist in aller Munde, bei Sportwagen ein alter Hut. Türen, Hauben, Kotflügel und Dach bestehen aus Aluminium. Trotz grösserer Abmessungen sinkt das Gewicht um 30 bis 45 Kilo, je nach Ausstattung.
Der Basis-Carerra hat statt 3,6 nur noch 3,4 Liter Hubraum, dem S-Modell bleiben die 3,8 Liter erhalten. Die Leistung steigt minimal auf 350 und 400 PS, aber der Verbrauch fällt um bis zu 16 Prozent auf unter 10 Liter im Normverbrauch.
Beim Sparen helfen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, optimierter Kühlkreislauf, Bordnetzrekuperation und eine Stopp-Start-Automatik. Stolz ist man auf die «Segel»-Funk- tion: Die Motorsteuerung lässt den 911 im Leerlauf rollen, soweit das günstiger und sinnvoller ist, als mit Schubabschaltung/Motorbremse zu fahren.
Neu sind noch Siebengang-Schaltgetriebe, elektromechanische Lenkung, Stabilisatorsystem für Wankausgleich und dynamische Motorlager. Hybrid ist derzeit kein Thema. Aber dass es eine elektrisch angetriebene Vorderachse für den Allrad-Carerra 4 geben könnte, das haben die Techniker schon eingeplant.






