Manchmal muss es gar nicht so viel Pflege sein. Aber nach der kleinen Ausfahrt oder kurz vor der grossen Parade soll der Staub noch weg und Schönheit wieder her. Wie bringt man seinen Oldtimer schnell wieder auf Hochglanz?
"Mit Wasser, Reiniger und Express-Wachspolitur ist das in einer Stunde gemacht", sagt Roberto Mercuri, technischer Direktor bei Swizöl, den Pflege-Profis aus Fällanden. Doch wie so oft sind die Mittelchen nur das halbe Geheimnis. Da lohnt es um so mehr, dem Experten auf die Putz-Finger zu schauen.
Zuerst spült Mercuri den Staub vom Blech - mit klarem Wasser. "Man kann auch ein bisschen Haarshampoo nehmen", verrät er. "Das ist ph-neutral ohne Tenside und schont die Wachsschicht." Zum Wischen nimmt er einen sogenannten Waschpudel, der wie ein kleiner weisser Wischmopp aussieht. Den spült er kräftig im Waschwasser durch, damit keine Schmutzteilchen hängen bleiben. Die wirken sonst wie Schmirgel auf dem Lack.
Doch kratzerfrei kann niemand putzen, gesteht Mercuri. "Man produziert immer winzige Kratzspuren, wie vorsichtig man auch ist." Da hilft nur der regelmässige Aufbau einer Wachsschutzschicht.
Nach der Wäsche wird abgetrocknet. Per Microfasertuch und nicht wie früher Auto-Waschleder vom Hirsch. "Das reibt zu stark und zieht das Wachs vom Lack", erklärt der Profi. Ausserdem sondert Leder durch Gerbstoffe immer etwas Fett ab. Das landet auf dem Lack und muss dann wieder runter.» Im zweiten Schritt kommt ein Oberflächenreiniger ins Spiel, bei Swizöl "Quick Finish" genannt. Das holt Fettfinger und waschresistente Rückstände vom Lack.
Mittel aufsprühen, mit einem Schwamm verteilen und mit Microfasertuch abwischen. "Das Tuch nicht knüllen und nicht kreisförmig reiben", rät Mercuri. "Sonst sammelt sich Schmutz in den Tuchwülsten und wird zur Schleifscheibe."
Sein Tipp: Immer flächig, horizontal und vertikal wischen und das Tuch regelmässig wenden. "So schiebt man den Dreck nach aussen." Als Drittes kommt "Nano Express" ins Spiel, eine Art Schnellwachs für mehr Glanz. Das geht auch direkt nach dem Waschen. "Glanz auf Schmutz funktioniert", sagt Mercuri schmunzelnd. "Wachs umschliesst den Staub. Ausserdem ist es für Lack, Chrom und Kunststoff gleich gut geeignet. Damit glänzt alles."
Für die Scheiben nimmt er sein Quick Finish. Glasreiniger geht auch, "aber da ist oft zu viel Alkohol drin", sagt er. "Der verdunstet rasch, und Seifenreste schmieren dann über die Scheibe, sodass man noch mehr Reiniger braucht."
Zum Schluss kommt die Radpflege. "Bloss keine silikonhaltigen Mittel nehmen", rät Mercuri, die entziehen den Pneus die Weichmacher. Er nimmt den neutralen Pneureiniger von Swizöl, sprüht ihn auf einen Pinsel und säubert damit die Weisswandreifen. Ein paar Minuten einwirken lassen, nachwischen, und schon wirken die Gummis wie frisch aus dem Ofen. Mit einer kleinen Pflege zwischendurch kommt der Oldtimer gleich gross raus.
Fragen an den Profi
Wollen Sie mehr wissen? Über die richtige Pflege, über die Beseitigung von Mängeln oder die Ausbesserung von Schäden? Dann hilft Ihnen unser Pflegefachmann Roberto Mercuri. Alle Fragen werden beantwortet, grundlegende Themen an dieser Stelle erklärt.










