Mobil Eye: Wachsames Auge

Mobil Eye im Test

Kollisionswarnsysteme schauen voraus und erhöhen die Sicherheit. Bisher fast ausschliesslich der Erstausrüstung vorbehalten, wird ein solcher Fahrerassistent nun zum Nachrüsten angeboten. Die auto-illustrierte hat ihn bereits getestet.

Zwei Sekunden. So viel Fahrzeit, gleichbedeutend mit halbem Tachoabstand gegenüber dem Vordermann, beträgt die empfohlene Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug bei Autobahntempo. Eine Sekunde gilt als Minimum. Doch Hand aufs Herz: Wer hält immer den korrekten Abstand ein?

Nicht die einzige Alltagssünde. Schnell mal ist aus Unachtsamkeit die Leit- oder Sicherheitslinie überfahren. Und auch eilige Fussgänger oder das bremsende Auto vor einem sieht man nicht immer schnell genug. Genau diesen Punkten schenkt das nachrüstbare Fahrerassistenzsystem C2-270 Beachtung. Hersteller ist kein Geringerer als Mobileye, der Systemzulieferer von Volvo.

Eine Kamera hinter der Frontscheibe beim Rückspiegel erkennt auf 70 Meter Entfernung und in Echtzeit mit 15 Bildern pro Sekunde vorausfahrende zwei- und vierrädrige Fahrzeuge, seitliche Fahrbahnbegrenzungen sowie Fussgänger. Und das alles auf einmal. Ein bloss fünf Zentimeter messendes rundes Display und ein Tongenerator liefern dem Fahrer die notwendige optische und akustische Warnung.

Bei Tempi über 35 Stundenkilometern wird laufend die Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug in Sekunden dargestellt; ein Warnton zeigt an, ob ein vom Fahrer frei wählbarer Abstand unterschritten wird. Besonders auf der Autobahn eine grosse Hilfe, die einen zügig mehr Sicherheitsabstand einhalten lässt. Schrumpft die Lücke auf weniger als 0,7 Sekunden, wechselt zusätzlich das Fahrzeugsymbol von Grün auf Rot.

Fährt man mit zu grosser Geschwindigkeitsdifferenz und ohne zu bremsen auf ein anderes Fahrzeug auf, ertönt zuerst ein einzelner Warnton, bei unmittelbarer Kollisionsgefahr ein laut piepsendes Alarmsignal, und das rote Symbol blinkt. Dasselbe passiert bei Tempi unter 75 Stundenkilometern, wenn ein Fussgänger im Gefahrenbereich auftaucht.

Die auto-illustrierte hat bei einer Testfahrt geprüft, ob der Alarm rechtzeitig erfolgt, um eine Kollision zu verhindern:  zunächst mit 30 km/h, dann mit 50 km/h geradlinig in Richtung einer die trockene Fahrbahn betretenden Testperson. Nach Ertönen des Alarmsignals wurde eine Vollbremsung eingeleitet, bei der das Auto in sicherer Distanz zum Stehen kam. Der noch verfügbare Restweg betrug 6,3 Meter (aus 50 km/h) bzw. 7,8 Meter (aus 30 km/h). Auffallend war, wie exakt das System beurteilte, ob sich der Fussgänger im kritischen Bereich vor oder im sicheren Bereich neben der Fahrlinie befand. Fehlalarme gab es keine.

Dasselbe gilt für den Spurhalteassistenten, der erst dann warnt, wenn man ohne Blinken mit einem Rad bereits die Leit- oder Sicherheitslinie überfährt. Das ist deutlich angenehmer als bei etlichen serienmässig eingebauten Assistenzsystemen, die bereits mit hektischem Piepsen reagieren, wenn man sich leicht der Linie nähert.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Mobileye-Assistent ist kein intelligenter Tempomat, kann keine Notbremsfunktion einleiten und gibt keine Lenkimpulse. Er ist ein reines Warngerät für den Fahrer, allerdings ein sehr hilfreiches.

Leider ist es kein portables Gerät à la Tom Tom, das in jedes Auto mitgenommen werden kann. Die Vernetzung mit Tachosignal, Blinker, Bremsimpulsgeber bedarf des festen Einbaus durch einen Fachmann. Der Preis von 1.215 Franken erhöht sich damit je nach Fahrzeug um rund 300 Franken.

Infos zu zertifizierten Verkaufs- und Einbaustellen liefern für

Kommentare
Bild vergrößern
Christof Gonzenbach

Autor:

Top Artikel
Dunlop Art Car Competition: Dein Design für Le Mans

Dunlop Schweiz sucht einen heissen Look für den Ferrari, der in Le Mans startet.

Dunlop Art Car Competition 2011 - Eventfotos
Rinspeed Dock + Go: Smarter Anbau

Der Zürcher Frank M. Rinderknecht hat für den Autosalon Genf 2012 wieder eine pfiffige Idee aus dem Hut gezaubert.

Rinspeed Dock + Go
Aktuelle Ausgabe
auto-illustrierte KLASSIK 2/2012
Ausgabe 2/2012 auto-illustrierte KLASSIK - Das Schweizer Heft der Klassiker-Szene