Immerhin 110 Diesel-PS und 240 Nm erzeugt der kleine 1,5-Liter-Turbodiesel, das dürfte für das SUV-Leichtgewicht völlig ausreichen. Im 50.000-km-Dauertest muss der äusserst günstige Allrad-Rumäne aber beweisen, ob seine Leistung und Ausrüstung auch auf Ausdauer ausgelegt sind.
Dauertest-Tagebuch
Km-Stand 34.350 km
Klaglos hat der Dacia Duster im Dauerlauf über 50.000 Kilometer die Halbzeitmarke
überschritten. Dabei zeigte sich der nur 20.000 Franken teure Allradler bisher nicht nur als besonders robust, sondern als ideales Reisefahrzeug selbst für längere Strecken. Alle Testfahrer haben sich mittlerweile an den besonders kurzen ersten Gang gewöhnt und fahren nun regelmässig im zweiten an.
Und sie lieben die Zuverlässigkeit des Duster, obwohl bei Fahrzeugübernahme
des Budget-4x4 schon düstere Vorahnungen durchs schmucklose Kunststoff-Interieur
geisterten. Ausserdem erzieht das Auto zu Besonnenheit, reizt der Diesel doch nicht zum Tempobolzen. Das schont die Treibstoffkasse und hält auch die Ausgaben an die Staatskasse bei Tempokontrollen in Grenzen.
Zu beklagen gibt es beim Duster wenig. Das kurze, fünfmalige Klopfen der Vorderachse nach kurzen Standpausen sorgt allerdings immer noch für Stirnrunzeln
und erfordert bald eine tiefer greifende Untersuchung. Aufs Fahrverhalten hat sich
dieses Zwei-Sekunden-Geklapper bisher nicht ausgewirkt.
Verabschiedet hat sich eine Lampe des Abblendlichts, und die Frontscheibe musste nach einem Steinschlag gewechselt werden. Das wurde prompt beim Service erledigt, der erstmals nach 30.000 Kilometern fällig wurde.
Solcherlei Kleinigkeiten nimmt der robuste Allradler mit Gleichmut. Zuletzt bewährte er sich auf einer Mammut-Tour von 4.500 Kilometern binnen Wochenfrist in Nordspanien.
Nervig fällt nur der etwas muffige Geruch der Stoffpolster auf, die hakelige Gepäckraumabdeckung sowie das ausgeprägte Diesel-Schnarren des 1,5-Liter-Selbstzünders. Doch so viel Originalität macht den rumänischen Dauerläufer fast
schon sympathisch. Über zu wenig Nachfrage kann sich der Duster bisher nicht beklagen.
Km-Stand 20.045 km
Bald die Hälfte seines Pensums hat der günstige Offroader von Renaults rumänischer Budget-Marke absolviert - und aufgefallen ist der Allradler bisher nur durch seine Unauffälligkeit.
Die kalte Jahreszeit konnte dem Dusterkaum etwas an haben. Zuverlässig spult er seine Kilometer herunter, auf der Kurzstrecke wie im dauerhaften Autobahneinsatz, im Schnee und sogar auf blankem Eis (im Heft 03/2011 S.6).
Bei frostigen Temperaturen springt der 1,5-Liter-Diesel nach kurzem Vorglühen klaglos an, aber die Scheibenwischer kommen bei Winterwetter bisweilen an die Grenzen der Klarsicht. Und die Heizung lässt sich Zeit, bis sie ihre Wirkung entfaltet. Das tut dem Duster keinen Abbruch, der mit einem Verbrauch von 6,8 Litern Diesel auf 100 Kilometer zu überzeugen versteht.
Km-Stand 10.000 km
Mittlerweile konnte der kompakte Allradler die Skeptiker überzeugen, auch wenn man sich erst daran gewöhnen muss, im zweiten Gang loszufahren. Der erste ist im Dacia ungewöhnlich kurz übersetzt und eher wohl fürs Gelände gedacht. Der 1,5-Liter-Selbstzünder erfüllt seine Erwartungen und übertraf auf dem Prüfstand mit 118 PS und 264 Nm das Soll um 7,3 bzw. 10 Prozent.
Im Spätherbst konnte sich der Rumäne mit seinem zuschaltbaren 4x4 auch bei Vergleichsfahrten auf rutschigem Untergrund mit Front- und Allradantrieb für den Winter-Ratgeber bestens in Szene setzen. Mit einem Durchschnittsverbrauch knapp jenseits von sieben Litern beweist der Duster, dass er nicht nur in der Anschaffung das Portemonnaie schont.
| Preis ab | Fr. 26.100 |
|---|---|
| Motor | 4-Zylinder Turbodiesel |
| Hubraum | 1461 cm3 |
| Leistung | 81 kW/110 PS bei 4000/min |
| Drehmoment | 240 Nm bei 1750/min |
| 0 bis 100 km/h | 12,5 s |
| Spitze | 168 km/h |
| Norm-Mix (MVEG) | 5,6 Liter/100 km |
| Gewicht | 1415 kg |
| Zuladung | 429 kg |
| Anhängelast gebremst | 1500 kg |
| Ladevolumen | 443 bis 1604 Liter |
| Felgen | 6,5 x 16“ |
| Reifen | 215/65 R16 |
| CO2-Emmission | 145 g/km |
| Energieeffizienz | B |




