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Occasionen und Neuwagen

Initiative für menschenfreundliche Fahrzeuge

Die autofeindliche Jüngerschaft, als die Jungen Grünen auftretend, wollen uns mit ihrer Initiative die Freude am Automobil endgültig vergällen und scheinen ein ideales Ventil gefunden zu haben, um das Volk auf dem Schlitten des Neids gegen Offroader- und Sportwagen-Fahrer/innen aufzuhetzen.

Was wir prinzipiell begrüssen, sind verkehrsfreundliche Schweizer Städte, wo ÖV und Individual-Verkehr Hand in Hand funktionieren. Daneben soll der Luftqualität und Verkehrsicherheit grösstmöglich Rechnung getragen werden.

Alles und jedes auf dieser Welt ist stets eine Frage der Verhältnismässigkeit. Sich auf dem Buckel einer Minderheit politisch zu profilieren, ist die eine Sache. Die andere, dass eine Minderheit für die vordergründig reine Weste Dritter aufs Schafott muss.

Die Wuchtigkeit der Forderung, dass Offroad-Vehikel raus aus der Stadt müssen, beschneidet freiheitliches Denken und Handeln wuchtig. Wohin Gedankengut à la Marx führen kann, muss hier nicht weiter erläutert werden. Gesunder Menschenverstand war schon immer das heilsamste Rezept für die Problemlösungen auf dieser Welt. Was die «Jungen Grünen» fordern, ist schlicht unhaltbare Zwängerei.

Die Bedürfnisse der Bürger und Bürgerinnen und die volkswirtschaftlichen Forderungen werden hier mit Füssen getreten. Die schlaue Verpackung der Initiative baut auf niedrige menschliche Instinkte: Da die bösen Reichen mit ihren SUVs und Offroadern, die das Leben von Pensionären, Kleinkindern und smart-Fahrern gefährden, dort die Sportwagen-Egomanen (CO2-Limite: 250 g/km), die ihre «Nach-mir-die-Sintflut-Ideologie» zur Schau fahren.

Die Initiative holt also alle jene ab, die hart arbeiten und trotzdem Zeit ihres Lebens nie über die stinknormale Alltagsautomobilität hinauskommen und dem Nachbarn unaufhörlich sein Autoglück missgönnen. Gottlob ist die Schweiz ein Autoland, wo man wie frau sich was leisten will und kann. Der Grossteil unserer Bevölkerung geht es am Allerwertesten vorbei, was der andere fährt, weil man selbst auch Ordentliches von A nach B lenkt.

Seitens Autoverbände und Auto-Schweiz herrscht einhelliger Tenor: Auf die Initiative, weil praxisfremd und totalitär, mit einem klaren Nein zu antworten. Eigenverantwortung und Verhältnismässigkeit beim Einsatz seines fahrenden Untersatzes jeweils wahrnehmen, die Zeichen der Zeit erkennen und danach handeln, ist mehr wert als jede Diskreditierung von Randgruppen. Wir fordern eine Verkehrspolitik, die sich vorrangig um dringlichere Belange kümmert. Wir meinen den Verkehrsfluss nicht künstlich stauen, sondern diesen aktiv und intelligent endlich in Schwung bringen.

Übrigens: Artikel 3 des Initiativ-Texts kommt nebulös daher (Motorfahrzeuge, welche Velofahrende, Zufussgehende oder andere Verkehrsteilnehmer übermässig gefährden, sind nicht zugelassen). Was will uns das sagen? Auch gesetzlich gibt es noch einige Fragezeichen. Welches Licht fiele durch dieses schikanöse Verbot auf die reiche Schweiz? Ein freies Land, wo man sich plötzlich nicht mehr automobil frei bewegen kann? Und wie sieht es mit den internationalen Verträgen aus wie etwa WTO-Vereinbarungen oder das Landverkehrsabkommen mit der EU, insbesondere mit der angestrebten «Liberalisierung des Fahrzeugimports und Fahrzeughandels» sowie dem «Abbau von Handelshemmnissen»? Das beisst sich doch alles irgendwie.

Der Markt reguliert sich von selbst. Wenn der Benzinpreis hoch ist, schwindet das Interesse an schweren und verbrauchsintensiven Fahrzeugen naturgemäss wie gegenwärtig übrigens auch in der Schweiz. Trotzdem dürfen wir punkto Initiative die Emotionalität und ihre Kraft, welche kaum Rücksicht auf die Ratio nimmt, nicht unterschätzen. Ein Ja des Volkes wäre auf jeden Fall ein sauberes Eigengoal für unser Land.



Andreas Stöcklin


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